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    <name>Cinematheque Leipzig</name>
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  <title>Cinematheque Leipzig</title>
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  <updated>2011-09-28T10:20:09Z</updated>
 
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<title>Black Block</title>
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<updated>2012-05-07T20:00:00-02:00</updated>
<summary>Genua 2001: Der Gipfel der G8</summary>
<content>Genua 2001: Der Gipfel der G8, der Protest der Hunderttausenden, die Kämpfe, die Hoffnungen, der erschossene Demonstrant, die Polizeigewalt auf den Strassen und schließlich beim Überfall auf die Diaz-Schule. Was in dieser als Schlafplatz genutzten Schule passiert ist und was davon bleibt - davon legen Aktivistinnen und Aktivisten im Dokfilm BLACK BLOCK Zeugnis ab. 300 Polizisten stürmten in der Nacht nach dem Gipfel die Diaz-Schule. Bei ihrem kalkulierten Blutbad verletzten sie fast 90 Menschen schwer. Selbst aus den Krankenhäusern wurden sie anschließend in die Polizeikaserne Bolzaneto gebracht, dort erniedrigt und gefoltert. Niels und Lena (Hamburg), Chabi (Zaragoza), Mina (Paris), Dan (London), Michael (Nizza) und Muli (Berlin) erzählen ihre Geschichten aus dieser Nacht, von davor und danach, von der erlittenen Traumatisierung, von dem, was für sie seither anders geworden ist. Aber auch, wie sie neue Wege fanden und dabei festhalten an den Idealen, die sie nach Genua geführt hatten.

BLACK BLOCK feierte seine Premiere auf der Biennale in Venedig. Der Genueser Carlo A. Bachschmidt war 2001 an der Organisation der Proteste beteiligt. Danach hat er die Anwältinnen und Anwälte in Prozessen gegen Polizisten und anderen Misshandlungen beteiligtes medizinisches Personal durch die akribische Auswertung von Filmmaterial unterstützt.

Leipzig-Premiere. Die Cinémathèque zeigt den Film in der Originalversion mit englischen Untertiteln in der naTo. 
Freier Eintritt.</content>
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<title>Bulb Fiction</title>
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<updated>2012-04-30T20:00:00-02:00</updated>
<summary>Sie mögen Energiesparlampen nicht? Sie haben Recht ! - so titelt ein neuer öst</summary>
<content>Sie mögen Energiesparlampen nicht? Sie haben Recht ! - so titelt ein neuer österreichischer Film der Macher von PLASTIC PLANET. Christoph Mayrs Dokumentarfilm BULB FICTION nimmt das Verbot der Glühlampe zum Anlass, um Macht und Machenschaften der Industrie, sowie den Widerstand gegen die „Richtlinie zur Regulierung von Lichtprodukten in privaten Haushalten“ zu portraitieren. Dabei geht es im Grunde natürlich um mehr als Lampen – es geht um die Macht und die Gier der Industrie und ihrer Lobbys, die Verstrickung der Politik in diese Machtstrukturen, um Profit und Scheinheiligkeit, um bewusste Fehlinformation und um die oft erschreckende Naivität der Konsumenten. Es geht um das mündige Verhalten eines jeden Bürgers. Es geht aber auch um die prinzipielle Frage, ob die Qualität des visuellen Umfelds anderen Belangen ohne weiteres unterzuordnen ist. Die Güte des uns umgebenden Lichts stellt einen nicht zu unterschätzenden Wert dar, ein Wert, den man nicht am Altar eines reinen Umweltgewissens unüberlegt opfern sollte.

Auch wenn so mancher EU-Bürger durch immer neue Brüsseler Verordnungen und Gesetze mittlerweile abgestumpft oder verdrossen geworden sein mag - für den interessierten Kinogänger ist es gleichwohl befriedigend, von seinem bequemen Sessel aus zu verfolgen, welche Strapazen ein couragierter Mann mit Baseballmütze - der Regisseur auf Recherchetour - auf der Leinwand da auf sich nimmt. Das nimmt der Regisseur auf sich, um zu beweisen, dass die Energiesparlampe erstens gefährliche Schwermetalle wie Quecksilber enthält, zweitens beim Betrieb ein wenig ausgewogenes Farbspektrum und ein für das menschliche Auge unsichtbares, doch für den Organismus anstrengendes Flackern verursacht, drittens auf den Sondermüll gehört - und dann noch nicht einmal etwas zum Wohle des Weltklimas beiträgt.

Lob gebührt dem Filmemacher auch dafür, dass er auch eine sich stets als Ultima Ratio gerierende Organisation wie Greenpeace kritisch hinterfragt. Denn Greenpeace, zeigt der Film, hat sich schon ganz früh publikumswirksam darauf eingeschossen, die Energiesparlampe zu pushen - und ist dabei geblieben, auch nachdem eine unabhängige Studie zu einer ganz anderen Umweltbilanz für die Lampe gekommen ist als der bejubelten Kohlendioxid-Einsparung. Und: Es ist Mayr zu danken, dass er mit BULB FICTION der Edison-Glühbirne ein Denkmal gesetzt hat - bevor sie ganz verlöscht.

Leipzig-Premiere. Die Cinémathèque Leipzig zeigt den Film in digitaler Projektion in der naTo. Teilweise deutsche Untertitel.</content>
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<title>Die Nibelungen: Siegfrieds Tod</title>
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<updated>2012-04-20T19:30:00-02:00</updated>
<summary>König Siegfried</summary>
<content>König Siegfried, der sein Schwert so scharf schmieden kann, dass es eine fallende Feder zerteilt, hört von der schönen Kriemhild und beschließt, sie zu heiraten. Auf seiner Reise nach Burgund kämpft er mit einem Drachen und macht sich durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar. Nur an einer Stelle, auf die ein Eichenblatt gefallen ist, kann er verletzt werden. Wenig später besiegt er den Zwerg Alberich und erhält von ihm eine Tarnkappe. Als Sieger über 12 Königreiche und mit dem Schatz der Nibelungen zieht er in Burgund ein und hält um die Hand Kriemhilds bei deren Bruder Gunther an. Siegfrieds Heldentaten bieten ein ideales Sujet, um Höchstleistungen der Tricktechnik zu absolvieren, die in dieser Zeit beispiellos waren. Dazu gehörten neben dem Drachen die Nebelwiese, auf der Siegfried vom unsichtbaren Alberich überfallen wird, das Nordlicht und das Flammenmeer auf Isenland, die Versteinerung der Zwerge, die von Siegfrieds Schwert geteilte Daunenfeder und Kriemhilds Vision vom Blütenbaum, der sich in einen Totenkopf verwandelt. 

&quot;Als Fritz Lang im Jahr 1924 „Die Nibelungen“ auf die Leinwand brachte, war einer der größten deutschen Filme geboren. Mit dem fast fünfstündigen Zweiteiler entstand ein Phänomen, das noch heute hoch im Kurs steht: der Blockbuster mit Kunstanspruch. Viele Zuschauer werden bei Fritz Langs leinwandfüllend aufgereihten Rittern an George Lucas’„Star-Wars“-Saga denken. Und auch James Camerons Special-Effect-Fantasy „Avatar“ beruht auf dem Erfolgsrezept, das die Macher der „Nibelungen“ schon in den frühen 1920er Jahren kreierten: Eine bekannte Geschichte wird künstlerisch und detailgetreu umgesetzt und spielt dabei alle Schauwerte modernster Filmtechniken aus. Das Ergebnis ist ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk.&quot; (Daniel Kothenschulte) 

Wir zeigen den Film im Grassimuseum in einer 16-mm-Kinokopie. An der Orgel begleitet Johannes Gebhardt den Film.

Den Großen Vortragssal des GRASSI erreichen Sie über den Haupteingang des Museums. Eintritt: 8 EUR ermäßigt, 10 EUR voller Preis.
Eine Kooperation der Cinémathèque Leipzig mit dem Museum für Musikinstrumente der Uni Leipzig.</content>
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<title>Medianeras</title>
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<updated>2012-04-17T22:00:00-02:00</updated>
<summary>„Ich lasse die Luftbläschen platzen</summary>
<content>„Ich lasse die Luftbläschen platzen, damit ich nicht selber platze.“ Mariana (Pilar López de Ayala) sitzt allein in ihrer Wohnung in Buenos Aires und macht aus Langeweile eine luftgepolsterte Verpackung kaputt. Mariana ist eine junge Architektin, die noch nie etwas gebaut hat, sich vor Menschenmengen und Fahrstühlen fürchtet. Mitunter trägt sie ein Shirt, auf dem der berühmte Melville-Satz „I’d prefer not to“ steht. Martin (Javier Drolas) ist ein gleichaltriger Webdesigner, der unter einer Angststörung leidet, sich deshalb in seine dunkle Wohnung zurückzieht und mehr im Internet lebt als in der Realität. Filme, Musik, Essen, sexuelle Erregung – alles holt er sich online.

Gustavo Tarettos romantische Tragikomödie MEDIANERAS beginnt ihre Untersuchung von Urbanität, Virtualität und Anonymität jedoch nicht mit den beiden Protagonisten, sondern mit einer grandiosen Collage von Gebäuden der argentinischen Hauptstadt. Die Architektur wird von Beton, Glas und Stahl dominiert, sie wirkt grau, kalt, abweisend. Sie lässt, so stellt Martin einmal fest, die Stadt wie einen Zwischenstopp erscheinen – wie einen Ort, an dem man wohnen, aber nicht leben kann. In dieser Architektur sieht Martin einen Grund für die hohe Zahl der Scheidungen, Gewaltakte, psychischen Störungen und Suizide. Besonders deutlich wird diese psychologische Auswirkung der Stadtplanung bei einer Einstellung, in der sich ein Kleinkind mit seinem Dreirad auf einem vielleicht drei Meter langen Balkon unaufhörlich hin und her bewegt, wie ein im Zookäfig eingepferchtes Tier. MEDIANERAS ist ein Film über die Gesellschaft im Zeitalter des Internets und bezieht die damit verbundenen Technologien deshalb konsequent in seine Form mit ein. Der Abspann zeigt ein YouTube-Video und nennt die E-Mail-Adresse des Regisseurs, zwischendurch wird gechattet oder per Online-Dating nach dem Glück gesucht. Zu berührenden Bildideen, der inhaltlichen Tiefe und den voller Esprit steckenden Mono- und Dialogen kommt dann auch noch eine immense formale Kreativität hinzu. MEDIANERAS arbeitet mit Split Screens, Standbildern, Übergängen von Animationen zu fotografischen Bildern und vor allem einem Montagestil, der immer wieder subtile Verbindungen zwischen den Hauptfiguren schafft. In Match Cuts sehen wir, wie Martin und Mariana dasselbe tun, also trotz räumlicher Trennung etwas teilen, Gemeinsamkeiten aufweisen. Mehrere Parallelmontagen stellen eine Gleichzeitigkeit her, einen fiktiven Raum der Interaktion zwischen zwei einander Unbekannten – hier verschmelzen zwei Leben zu einem. Und als die Bilder endlich nicht mehr aneinander montiert werden müssen, um die beiden zu vereinen, lösen sich mit der Notwendigkeit des Schnitts auch die Ängste von Mariana und Martin auf.

Ob das Kinojahr 2012 weitere Filme bereithält, die inhaltlich und stilistisch ähnlich komplett sind wie MEDIANERAS, wird sich zeigen. Gustavo Taretto hat die Messlatte jedenfalls ziemlich weit oben platziert, in die luftigen Höhen der Wolkenkratzer von Buenos Aires. (Martin Gobbin)

Leipzig-Premiere. Die Cinémathèque zeigt den Film im spanischen Original mit deutschen Untertiteln in der naTo.

Platz 1 der Filmriss Charts auf Radio BLAU vom 5. Mai 2012</content>
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<title>Rosen für den Staatsanwalt</title>
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<updated>2012-04-25T19:00:00-02:00</updated>
<summary>Mit bitterer Ironie schildert der zeitkritische Film die Verdrängung faschistis</summary>
<content>Mit bitterer Ironie schildert der zeitkritische Film die Verdrängung faschistischer Vergangenheit und den Fortbestand alter obrigkeitsstaatlicher Tendenzen in der Bundesrepublik. Obwohl er durch zahlreiche Konzessionen ans Unterhaltungskino jener Jahre teilweise an Schärfe und Deutlichkeit verliert, bleibt der Film in zentralen Punkten treffsicher und beständig aktuell. Brillant: Martin Held als Staatsanwalt. (Lexikon des internationalen Films)

Einmalige Vorführung im Rahmenprogramm der Ausstellung WAS DAMALS RECHT WAR... SOLDATEN UND ZIVILISTEN VOR GERICHTEN DER WEHRMACHT. Die Stadt Leipzig zeigt diese Ausstellung vom 12. April bis 25. Mai 2012 im Neuen Rathaus (Untere Wandelhalle). Kino im Rahmenprogramm läuft insgesamt 3 x in der naTo, kooperiert mit der Cinémathèque Leipzig, der Leipziger Initiative &quot;Geschichte vermitteln&quot; u.a.

Eintritt frei. Achtung - Ort der vorführung ist das Conne Island! Vortrag zum Film: Tobias Ebbrecht (Medien- und Filmwissenschaftler)</content>
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<title>Sergej in der Urne</title>
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<updated>2012-04-27T20:00:00-02:00</updated>
<summary>Sergej Stepanowitsch Tschachotin (1883-1973)</summary>
<content>Sergej Stepanowitsch Tschachotin (1883-1973), einst bedeutender russischer Naturwissenschaftler und Freund von Albert Einstein, war ein politischer Aktivist, Antifaschist und Frauenheld. Ein Mann, hin und her gerissen zwischen Ost und West und fünf Frauen, denen er acht Söhne hinterließ. Den Sprössling eines Zaren-Botschafters hatte es im Kampf gegen die großen Diktaturen dieser Welt quer durch Europa getrieben. So waren ihm immer wieder Husarenstreiche von historischer Dimension gelungen: Von Deutschland aus schmuggelte er Salpetersäure und Glycerin zum Bombenbau gegen das zaristische Regime nach Russland. Später in Deutschland sollte er mit den von Pavlov entlehnten Mitteln der Massensuggestion gegen die NSDAP vorgehen. Und es glückte ihm auch, vor der Gestapo nach Dänemark zu fliehen und Albert Einstein nach London zu folgen. Nach Stalins Tod kehrte Tschachotin in die damalige UdSSR zurück, erhielt als Erfinder des sogenannten Strahlenskalpells ein eigenes Forschungsinstitut, an dem er bis zu seinem Tod 1973 arbeitete. Sein letzter Wille, in Korsika bestattet zu werden, erfüllte sich bis heute nicht. Tschachotins Urne steht noch im Pariser Wohnzimmerschrank seines Sohns Eugen. Erst der Urenkel wird den letzten Wunsch des Urgroßvaters vorantreiben.

Den mäandernden Lebenswegen von vier Generationen folgte der Filmemacher Boris Hars-Tschachotin am Schicksal seines Urgroßvaters Sergej Stepanowitsch Tschachotin. Erstmals werden Fotos und Schriften des berühmten Ahnen zusammengetragen, darunter auch bislang unveröffentlichtes Filmmaterial. Boris Hars-Tschachotin studierte an der Humboldt-Universität in Berlin Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften. Er debütierte 2001 mit seinem Kurzfilm &quot;Lurch&quot;, der beim Hollywood Film Festival als bester Kurzfilm ausgezeichnet wurde. SERGEJ IN DER URNE ist sein erster langer Dokumentarfilm und wurde Gewinner des BLM-Filmpreises 2010 in München.

Die Cinémathèque zeigt den Film in der Originalversion mit deutschen Untertiteln in der naTo. Es handelt sich um eine digitale Projektion.</content>
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<title>Sound it out</title>
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<updated>2012-04-19T22:00:00-02:00</updated>
<summary>Für viele ist Vinyl schwarzes Gold</summary>
<content>Für viele ist Vinyl schwarzes Gold. Dinge zu sammeln hat für jene, die es nicht tun, oftmals etwas Absonderliches. Der Fanatismus, mit dem den Objekten angehangen wird, scheint für ein soziales Leben zu disqualifizieren. Wie einseitig dieses Urteil ist, beweist der Dokumentarfilm SOUND IT OUT. Jeanie Finlay zeigt in ihrer Dokumentation den Alltag des einzigen unabhängigen Plattenladens in Stockton-On-Tees, einem tristen Städtchen im Norden Englands. Jahrzehntelang boten unabhängige Plattenläden wie „Sound It Out Records“ den Musikfans Orientierung und Lebenszweck. Bei Tom Butchard gibt es noch immer alles, von ABBA bis Zappa, von Pop bis Dance. Er ist ein Musik-Weiser, der die schrägsten Scheiben kennt und beschaffen kann. Der Film setzt Butchard, seinem Laden und seinen Kunden (selten Frauen) ein Denkmal. Natürlich tummeln sich zwischen eng gestellten Kisten und dicht geklebten Postern allerhand Stereotype. Die Verkäufer Tom und Dave in ihren Band- und Comicshirts. Die Cover von Morrissey bis Meatloaf, von Bon Jovi bis Blondie, die für so manchen Fan eine Ausstellung sind, die kein Museum toppen kann. Und die Kunden, die durch die vergilbten Hüllen blättern, als stecke dort ein Schatz. Sie sind auf der Suche nach Gold, schwarzem Gold. Doch dieses Stöbern ist keine Handlung, die den bloßen Jagdinstinkt bedient. &quot;Vinylplatten bergen für mich Erinnerungen und Emotionen&quot;, sagt Tom, der seinen Job seit 17 Jahren macht. Nach und nach zeigt der Film das zutiefst Menschliche, das der Sammelleidenschaft innewohnt. Die Techno-DJs, die mit Musik der Arbeitslosigkeit entfliehen. Der Außenseiter, dem Songs die beste Therapie sind. Die Metal-Fans, die in Toms Geschäft einen Ort finden, wo sie einfach sie selbst sein können. Ein Biotop der vermeintlich Andersartigen. Eine Stätte, die Identität stiftet. Eine Zuflucht. Das anzusehen ist aberwitzig und anrührend zugleich. (Birgit Reuther)

Nur drei Kilometer von Stockton-On-Tees entfernt wuchs die Regisseurin Jeanie Finlay auf. Ihre Liebe zur Musik und vor allem ihre Leidenschaft für Vinyl hat sie diesem Laden zu verdanken. In ihrem Film geht um Leidenschaft, um kulturellen Wandel. Vor allem aber geht es um soziale Gemeinschaften und ihr skurril-komisches Zusammenhalten, aber auch beängstigendes Auseinanderbrechen in einer Zeit der Umbrüche.

Leipzig-Premiere. Die Cinémathèque zeigt den Film in der naTo im englischen Original mit deutschen Untertiteln. Es handelt sich um eine digitale Projektion.</content>
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<title>Tomboy</title>
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<updated>2012-04-30T22:00:00-02:00</updated>
<summary>Es sind Sommerferien</summary>
<content>Es sind Sommerferien. Die zehnjährige Laure (wunderbar nüchtern: Zoé Héran) ist mit ihrer Familie umgezogen und muss sich nun mit den Kindern der neuen Nachbarschaft bekanntmachen. Allein: Laure will kein Mädchen sein. Sie ist ein &quot;Tomboy&quot;, genetisch ein Mädchen, aber sonst ein Junge. Sie fühlt wie einer und benimmt sich wie einer. Und da so ein Neuanfang auch Chancen bietet, stellt sich Laure den Nachbarskindern als Mikaël vor und tastet sich über die Wochen des Sommers raufend und Fußball spielend mehr und mehr in ihre neue, befreiende Identität vor. Natürlich ist dieser Sommer der Freiheit von kurzer Dauer. Laure weiht zwar nur ihre Schwester in ihr schwieriges Manöver ein. Aber ihr Leben als Junge steht letztlich auf wackligen Füßen. Während die anderen Kinder und vor allem ein an Mikaël interessiertes Mädchen namens Lisa auf keinen Fall von Laure wissen dürfen, sollen die Eltern nicht erfahren, dass Laure am Baggersee als Mikaël bekannt ist. Das Ende ist absehbar, aber der Weg dorthin wird eindrucksvoll geschildert. Die Freude an der Freiheit ist ähnlich greifbar wie die ständige Angst vor ihrem Ende. Die eigentliche Qualität von Tomboy liegt vor allem in der Unaufgeregtheit und Wärme. Laure – beziehungsweise Mikaël – steht zwar vor den großen Fragen der Geschlechterpolitik, ist aber sonst wunderbar natürlich. Die Eltern werden als liebend und ehrlich verzweifelt gezeigt, können sich letztlich aber nicht in ihre Tochter einfühlen. Durch diese Darstellung und ihre farbenfrohen Bilder wird Tomboy zu einem verhältnismäßig eingängigen, leichtfüßigen Film. Was bei einem Film, in dem es um Gender- und Transgender sowie um Homo- und Transsexualität geht, ja wirklich nicht selbstverständlich ist.

Céline Sciamma gehört der neuen Generation der jungen französischen Filmemacher_innen an. „Meine Begeisterung fürs Kino wurde durch das junge französische Kino der 90er Jahre geweckt, Desplechin, Lvovsky, Rochant … Aber mir gefällt auch die Arbeit von Gus Van Sant und Larry Clark über das Thema der Jugendlichen, und natürlich nicht zu vergessen David Lynch“, erklärte sie in einem Interview für „Cineuropa“.

Die Cinémathèque zeigt den Film in der französischen Originalversion mit deutschen Untertiteln in der naTo. 35mm-Kinokopie.</content>
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<title>Werden Sie Deutscher</title>
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<updated>2012-04-21T20:00:00-02:00</updated>
<summary>Eigentlich haben Shipon</summary>
<content>Eigentlich haben Shipon, Insaf und Jorge nicht viel gemeinsam. Der schüchterne Shipon (19) kam erst vor zwei Jahren aus Bangladesh nach Deutschland. Die 44-jährige Insaf aus Palästina dagegen lebt schon seit über zwanzig Jahren in Berlin, muss sich aber von ihren Kindern, die alle fließend deutsch und arabisch sprechen, helfen lassen, wenn ihr Deutsch nicht ausreicht. Der Argentinier Jorge ist noch ganz frisch in Berlin. Er ist hierher gekommen, um mit seiner Freundin zusammen zu leben. Sein Bekanntenkreis besteht aus Menschen aus aller Welt, so dass Jorge im Privatleben auch ganz gut über die Runden kommt, ohne Deutsch zu sprechen. Trotzdem drücken sie jetzt alle drei zusammen mit Emilia aus Bulgarien, Niara aus Brasilien, Monteayn aus Thailand und Kenji aus Japan wieder die Schulbank. Das Lernziel: Integration. In Deutschland führt der offizielle Weg dorthin über mehr als 600 Schulstunden, in denen erwachsene Schüler_innen Deutsch pauken und ihnen außerdem die Geschichte, Kultur und Rechtsordnung vermittelt werden. Alle Ausländer_innen, die dauerhaft in Deutschland leben wollen, können dazu verpflichtet werden. Aber kann man Integration verordnen? Und ab wann ist ein Mensch „integriert“? Was ist denn eigentlich deutsche Kultur und wer definiert das?

Die Regisseurin Britt Beyer hat die Teilnehmer_innen eines ganz normalen Integrationskurses über ein halbes Jahr lang begleitet – im Klassenraum, aber auch im Alltag. Entstanden ist ein kluger Dokumentarfilm, der deutlich macht, dass Integration keine Einbahnstrasse ist.

Leipziger Kino-Premiere in Kooperation mit der Internationalen Studentischen Woche 2012. Es handelt sich um eine digitale Projektion.</content>
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<title>Wir weigern uns, Feinde zu sein</title>
<link href="http://www.cinematheque-leipzig.de/index.php?film=4050"/>
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<updated>2012-04-22T19:30:00-02:00</updated>
<summary>Zwölf deutsche Jugendliche auf einer einzigartigen Begegnungsreise durch die Kr</summary>
<content>Zwölf deutsche Jugendliche auf einer einzigartigen Begegnungsreise durch die Krisenregion im Nahen Osten. Im Gepäck der 16- bis 22-jährigen: das ungewöhnliche Schulbuch des Friedensforschungsinstitut PRIME „Israelis und Palästinenser - die Geschichte des anderen verstehen lernen“. Mit dabei: der HipHop-Künstler ENZ, der seine Eindrücke während der Reise mit seinen „rhythm and rhymes“ wiedergibt. Auf ihrem Weg durch Israel und das besetzte Westjordanland begegnen sie auf beiden Seiten Menschen, die Wege der Verständigung mit dem „Feind“ suchen. Daoud Nasser z.B., ein palästinensischer Bauer, der sich unter dem Motto „wir weigern uns Feinde zu sein“ allein mit juristischen Mitteln der Gewalt der jüdischen Siedler widersetzt, der Rapper Amim, der „Kunst als Waffe“ einsetzt, oder die israelische Familie Shahak, die eine Tochter durch ein palästinensisches Selbstmordattentat verloren hat und trotzdem heute mit Palästinensern zusammen arbeitet.

Begleitet wird die Gruppe von Lotty Camerman, einer Israelin, deren Eltern Überlebende des Holocaust sind, und von Ali Abuawwad, der als „Kämpfer gegen die Besatzer“ jahrelang in israelischen Gefängnissen saß. Beide arbeiten heute in einer Organisation für Frieden und Gerechtigkeit zusammen. Mit ihnen kann die Gruppe über alles sprechen: z.B. über das Leid der Juden und ihren Widerstand 1943 im Warschauer Ghetto (nach dem Besuch in einem Museum), ebenso über das Leid der Palästinenser und ihren Widerstand, den sie heute unter einer völkerrechtswidrigen Besatzung leisten. „Der Staat Israel ist ein verwirklichter Traum“, so der Holocaust-Überlebende Reuven Moskcovitz im Gespräch mit den Jugendlichen. „Tatsache aber ist, daß seine Fundamente nicht auf Liebe und Frieden gebaut sind. Ich möchte mein Leiden nicht in den Dienst einer Gewalt- und Kriegspolitik gestellt sehen, mit der die Palästinenser als Vertriebene und Heimatlose verewigt werden“.

Aufführung in Anwesenheit beider Filmemacher, Diskussion im Anschluß.
Die Cinémathèque zeigt den Film in Kooperation mit eurient e.V. in der naTo. Der Eintritt kostet 3,00 bzw. 4,00 EUR. Es handelt sich um eine digitale Projektion. 
Sprachfassung: Deutsch eingesprochen.</content>
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