November 2012
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Frau im Mond

Deutschland 1929, dtF, 156 min, Regie: Fritz Lang mit Gerda Maurus, Willy Fritsch, Tilla Durieux, Gustl Gstettenbauer "Es gibt fr den menschlichen Geist kein Niemals, hchstens ein Noch nicht! Professor Georg Manfeldt ist ein verrckter Wissenschaftler von echtem Schrot und Korn. Er haust in einer staubigen Dachkammer, Wein trinkt er aus dem Odolglas, die Maus Josephine ist seine liebste Gesellschaft. Das Fernrohr ist auf den Mond gerichtet, und wenn Manfeldt einmal Besuch empfngt, dann kommt die Rede unweigerlich auf seine Auenseitermeinung: die Mondgoldtheorie, derentwegen ihn die gelehrten Astronomen verlachen." (faz) Dennoch arbeitet er unbeirrt an der Verwirklichung seines Plans: einem Flug zum Mond! Da sich ein Grokapital-Konsortium ebenfalls fr das Projekt zu interessieren beginnt und somit "der Mann, der sich derzeit Walt Turner nennt" zum Einsatz kommt, entspinnt sich ein spannender Krimi-Science-Fiction mit herzbrechender Love-Story. FRAU IM MOND war - als einer der letzten gedrehten deutschen Stummfilme - wirtschaftlich nicht der erhoffte Millionenerfolg. Gleichwohl wirkte er unerwartet in die Zukunft: als wissenschaftliche Berater sind Hermann Oberth und Willy Ley beteiligt. Und die Legende besagt, dass das Raumschiff Form und Farbe der spteren V2 vorwegnimmt. Das ist nicht belegt; Oberth zumindest war im Konstruktionsteam von Werner von Braun und die V2 wurde mit einer Frau-im-Mond-Zeichnung geschmckt. Auf technischer Seite ist FRAU IM MOND sehr Avantgarde: der Countdown wird erfunden (in Thea von Harbous Buchvorlage klingt es noch militrisch Aaaachch - tung!!!), das Mehr-Stufen-Prinzip des spteren Apollo-Programms wird vorweggenommen und der Start aus einem Wasserbassin heraus war seinerzeit das nchste groe Ding. So verwundert es nicht, dass der Kinematograph am 16.10.1929 schreibt: "Ernste Mnner der Wissenschaft halten es fr mglich, da in zwei, drei Jahren tatschlich, von Raketenkraft getrieben, Menschen zum Mond aufsteigen, um zu forschen, um zu berichten." Der tatschlich utopische Faktor des Films liegt allerdings wesentlich horizontaler: in der Rolle der Wissenschaftlerin Friede Velten als moderner, selbstbewusster Frau beispielsweise; selbst wenn sie im Film damit (abgesehen von Tilla Durieux als Gehirn und Scheckbuch) eine singulre Position hat. Auch die urbanen Kulissen und das konsequent alltglich wirkende Dekor voller Klassiker der Moderne verweisen auf die hiermit verbundenen fortschrittlichen Weltansichten nicht nur des Bauhauses Dessau, dessen Leiter damals der politisch sehr aktive Hannes Meyer war. Selbst der Name des Raumschiffes ist beziehungsreich: Friede. Die Cinmathque zeigt den Film mit deutschen Zwischentiteln in der naTo. Es handelt sich um eine 35-mm-Kinokopie.