Stress in der Cinémathèque Leipzig

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Monatsprogramm Dezember

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Kurzfilm im Dezember

The Last Coin
Daniel Britt
2009
3:49 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

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Stress Stress
  • 1.11.2018
    die naTo

Stress

DOK Leipzig 2018

2018, 83 min

Stress
Dir: Florian Baron, Germany 2018, Documentary Film, 83 min, English with German subtitles

The trauma of 9/11, the ideology of violent retribution, military service as a patriotic family tradition, the “unfairness” of today’s warfare – in their voice-overs, five young Afghanistan war veterans first establish familiar foundations. Joe, Torrie, Mike, James and Justin from Pittsburgh are slow to show us their faces. Physically unharmed but full of inner pain they have become the misunderstood upon their return. Their violent experiences speak a language that the people at home don’t understand. “Stress” finds an artistic approach that impressively emphasizes the spoken word with all its unmistakeable signals of emotions and produces a physical experience of the tension of a permanent state of alarm in all its complexity. An extremely slow camera and sound follow the verbal descriptions of war experiences with everyday scenes, like a somnambulistic nightmare, creating plastic almost-still lives where everything can be looked at from every side but still remains intangible. They reveal a life behind glass and in a leaden time that moves inexorably forward but allows no real progress. The coda of this intoxicating and oppressive composition reverberates for a long time: it’s Torrie’s conviction that ultimately the army is still a good place to grow up..

9/11-Trauma, Ideologie der gewalttätigen Genugtuung, Militärdienst als patriotische Familientradition, die „Unfairness“ heutiger Kriegsführung – fünf junge Veteranen des Afghanistankriegs setzen aus dem Off zunächst ein Fundament bekannter Bauart. Joe, Torrie, Mike, James und Justin aus Pittsburgh wenden uns nur langsam ihr Gesicht zu. Körperlich unversehrt, aber mit innerem Schmerz, sind sie nach ihrer Rückkehr zu Unverstandenen geworden. Ihre brutale Erfahrung spricht eine Sprache, die das Umfeld zu Hause nicht versteht. „Stress“ setzt mit einer künstlerischen Form an, die das gesprochene Wort mit all seinen untrüglichen Gefühlszeichen beeindruckend heraushebt und das Kokondasein sowie die Spannung eines permanenten Alarmzustands in aller Komplexität physisch erlebbar vermittelt. In extremer Langsamkeit begleiten Kamera und Sound mit Alltagsaufnahmen albtraumwandlerisch die mündlichen Beschreibungen der Kriegserlebnisse. Plastische Beinahe-Stillleben entstehen, in denen alles von allen Seiten betrachtet werden kann, aber doch ungreifbar bleibt. Es offenbart sich ein Leben hinter Glas und in einer bleiernen Zeit, die gnadenlos vorangeht, aber kein wirkliches Fortkommen ermöglicht. Die lang nachhallende Coda der berauschenden und beklemmenden Komposition: die Überzeugung von Torrie, dass das Militär am Ende trotz allem ein guter Platz zum Erwachsenwerden ist.
---André Eckardt

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