Bauhausfilme 1921-63 in der Cinémathèque Leipzig

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11.08. Sonntag

20:00Burning

13.08. Dienstag

20:00Die Mission der Lifeline

14.08. Mittwoch

20:00Die Mission der Lifeline

15.08. Donnerstag

20:00Ich war zuhause, aber...

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20:00Frauen bildet Banden - eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora

28.08. Mittwoch

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30.08. Freitag

20:00Berlin DDR Hintergrund & Verrat

ProgrammAugust2019

ProgrammSeptember2019

INTERIM

Wir haben jetzt eine zweite Veranstaltungsstätte!

INTERIM der Cinémathèque Leipzig

Das aktuelle Programm findet ihr hier.

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MUSIC IN MOTION

Kurzfilme im August

01.08. – 14.08.2019

The Little Ships
Marcie LaCerte
2016
1:49 min


15.08. – 28.08.2019

Pyhä Oppi
Christine Gensheimer
2011
2:54 min


vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

 

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Bauhausfilme 1921-63
  • 5.05.2019
    Grassi

Bauhausfilme 1921-63

bauhaus

diverse 1921-63, Kunst, 90 min, Regie: Hans Richter, Moholy-Nagy, Ernest Jahn, Ella Bergmann-Michel, Larry Janiak

In seiner Züricher Zeit (1916-18) experimentiert Hans Richter gemeinsam mit Viking Eggeling an Rollbildern. Sie sind die Vorläufer der »absoluten Filme« Richters wie RHYTHMUS 21. Dieser gilt heute als ein Schlüsselfilm der Moderne. Im Verzicht auf narrative Strukturen kommt konsequent keine Musik zum Einsatz. »Die Grundform des ,Lichtspiels' ist die rechteckige Leinwand. Richter entwickelt seine Figuren systematisch aus der Gesamtfläche des Filmbildes, indem er dieses selbst als Formelement begriff und sie in rhythmische Intervalle orchestriert. (...) Da der Film anderen Gesetzen unterworfen ist, als die Malerei, ist für Richter die ,Orchestrierung der Zeit' wichtiger als die Anordnung der Form. Er setzt sich also nicht so sehr mit der Form im Raum, sondern eher mit der Form in der Zeit auseinander.« (Viola Kiefner)
Moholy-Nagy, der dies als »Ansatz zur visuellen Realisierung einer ,Licht-Raum-Zeit-Kontinuität in der Bewegungsthese« bezeichnet hat, präsentierte 1930 erstmals den seit 1922 entwickelten Licht-Raum-Modulator und den Film EIN LICHTSPIEL SCHWARZ WEISS GRAU.
Das abstrakte Lichtspiel ist Ausdruck von Moholys experimentellem Bildzugriff, der – ebenso wie der Richters – die kognitive Erfahrung verweigert und das Fotogramm um die zeitliche Ebene erweitert.
Auch im BERLINER STILLEBEN rangieren die Gestaltungsmittel Licht, Bewegung vor dem abgebildeten Sujet: der Wohnsituation in Berlins Hinterhöfen. Ausgehend von der Konzeption des Neuen Sehens und des Konstruktivismus sind sie eher Experimente als fertige Kunstwerke.
Mit Bergmann-Michels WO WOHNEN ALTE LEUTE ¸ber das (von den Architekten Stam, Moser und Kramer 1929-1930 entworfene) Henry- und Emma-Budge-Heim für alleinstehende christliche und jüdische alte Menschen im Frankfurter Westend wird eine Brücke zu politisch engagierter und gleichzeitig künstlerischer Filmarbeit geschlagen, die mit NEUES WOHNEN. HAUS GROPIUS, DESSAU aus der Reihe WIE WOHNEN WIR GESUND UND WIRTSCHAFTLICH? (D 1926–28) wiederum ein Gegengewicht erhält. Eingebettet zwischen Moholy-Nagys BERLINER STILLEBEN und Bergmann-Jahns HAUS GROPIUS tritt das politisch-ästhetische aber auch strukturelle Spannungsfeld des Bauhaus damit deutlich zu Tage.
Denn mit Ernest Jahn als Aufnahmeleiter und Rolf von Botescu hinter der Kamera bewegt sich der Film auf solidem Wochenschau-Niveau und ist film- oder bildästhetisch kaum ausgeprägt. Der Modellcharakter des Baus – allerdings auch die Bürgerlichkeit von Gropius als Bauhausmeister – wird hierdurch betont.
In THE NEW ARCHITECTURE AND THE LONDON ZOO (1936) von Moholy-Nagy erfährt die Bild-/Filmästhetik wiederum eine Erweiterung um gebrauchsgrafische Elemente. Das Auftragswerk des Museum of Modern Art, New York rühmt die technischen Errungenschaften der neuen Gebäude.
Wo Hans Richter 1921 von den Parametern der Leinwand des gemalten Bildes ausging, setzt Larry Janiak 1960 mit DISINTEGRATION LINE #1 beim Zustand des technischen Filmbildes bzw. dessen Verschleierscheinung ein.
Ein Staubkorn kratzt, bedingt durch den Filmlauf im Projektor, eine Linie ins Filmmaterial. Durch miskroskopähnliche Annäherung transformiert sie sich zum Abbild einer optischen Tonspur um sich in abstrahiertem Sternenhimmel, Atomassoziationen oder verregneten Grostadtlichtern aufzulösen. Mit ADAMS FILM (1963 ) sind ästhetische Grundsätze und Bildinhalt nunmehr verflochten mit dem filmischen Geschehen der Avantgarde und des experimentellen Films in den USA.
Mit den dort angesiedelten Arbeiten von Stan Brakhage, Kann Jacobs, Jonas Mekas, Shirley Clarke, Hollis Frampton oder Peggy Ahwesh (um nur einige zu nennen) wird sowohl die Befreiung des Films vom narrativen Zwang als auch die gesellschaftliche Relevanz seiner Themen massiv erweitert.