Bauhausfilme 1921-63 in der Cinémathèque Leipzig

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01.06. Samstag

19:00The Artist and the Pervert | mit Regiegespräch
22:00Greta

02.06. Sonntag

19:00The Artist and the Pervert | mit Regiegespräch
21:00Greta

05.06. Mittwoch

19:00The Artist and the Pervert | mit Regiegespräch
21:00Greta

06.06. Donnerstag

19:00Greta
21:00The Artist and the Pervert | mit Regiegespräch

07.06. Freitag

19:00Greta
21:00The Artist and the Pervert | mit Regiegespräch

11.06. Dienstag

19:00Anker der Liebe
21:30the hole in the ground

12.06. Mittwoch

19:00Anker der Liebe
21:30the hole in the ground

13.06. Donnerstag

19:00Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in Bochum
22:00the hole in the ground

18.06. Dienstag

19:00Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in Bochum
21:00the hole in the ground

19.06. Mittwoch

19:00Der zweite Anschlag
22:00the hole in the ground

20.06. Donnerstag

19:00Fuck Fame
21:00Anker der Liebe

21.06. Freitag

19:00Fuck Fame
21:00Anker der Liebe

22.06. Samstag

21:00Flashdance

23.06. Sonntag

21:30mid90s

24.06. Montag

19:00Back to the fatherland | mit Regiegespräch
22:00Fuck Fame

25.06. Dienstag

19:00Menashe
21:30Free Solo
22:00Fuck Fame

26.06. Mittwoch

19:00The Last Laugh | mit Regiegespräch
22:00Fuck Fame

27.06. Donnerstag

19:00Das melancholische Mädchen
21:00Die rote Linie
21:30Wir

28.06. Freitag

19:00The Royal Tenenbaums
21:30Gundermann
22:00Das melancholische Mädchen

29.06. Samstag

19:00Die rote Linie
21:30Das melancholische Mädchen

30.06. Sonntag

21:30Ramen Shop

Juni

FilmreiheBauhaus

 

 

MUSIC IN MOTION

Kurzfilm im Juni

Scribbledub
Ross Hogg
2014
3:00 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

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Bauhausfilme 1921-63
  • 5.05.2019
    Grassi

Bauhausfilme 1921-63

bauhaus

diverse 1921-63, Kunst, 90 min, Regie: Hans Richter, Moholy-Nagy, Ernest Jahn, Ella Bergmann-Michel, Larry Janiak

In seiner Züricher Zeit (1916-18) experimentiert Hans Richter gemeinsam mit Viking Eggeling an Rollbildern. Sie sind die Vorläufer der »absoluten Filme« Richters wie RHYTHMUS 21. Dieser gilt heute als ein Schlüsselfilm der Moderne. Im Verzicht auf narrative Strukturen kommt konsequent keine Musik zum Einsatz. »Die Grundform des ,Lichtspiels' ist die rechteckige Leinwand. Richter entwickelt seine Figuren systematisch aus der Gesamtfläche des Filmbildes, indem er dieses selbst als Formelement begriff und sie in rhythmische Intervalle orchestriert. (...) Da der Film anderen Gesetzen unterworfen ist, als die Malerei, ist für Richter die ,Orchestrierung der Zeit' wichtiger als die Anordnung der Form. Er setzt sich also nicht so sehr mit der Form im Raum, sondern eher mit der Form in der Zeit auseinander.« (Viola Kiefner)
Moholy-Nagy, der dies als »Ansatz zur visuellen Realisierung einer ,Licht-Raum-Zeit-Kontinuität in der Bewegungsthese« bezeichnet hat, präsentierte 1930 erstmals den seit 1922 entwickelten Licht-Raum-Modulator und den Film EIN LICHTSPIEL SCHWARZ WEISS GRAU.
Das abstrakte Lichtspiel ist Ausdruck von Moholys experimentellem Bildzugriff, der – ebenso wie der Richters – die kognitive Erfahrung verweigert und das Fotogramm um die zeitliche Ebene erweitert.
Auch im BERLINER STILLEBEN rangieren die Gestaltungsmittel Licht, Bewegung vor dem abgebildeten Sujet: der Wohnsituation in Berlins Hinterhöfen. Ausgehend von der Konzeption des Neuen Sehens und des Konstruktivismus sind sie eher Experimente als fertige Kunstwerke.
Mit Bergmann-Michels WO WOHNEN ALTE LEUTE ¸ber das (von den Architekten Stam, Moser und Kramer 1929-1930 entworfene) Henry- und Emma-Budge-Heim für alleinstehende christliche und jüdische alte Menschen im Frankfurter Westend wird eine Brücke zu politisch engagierter und gleichzeitig künstlerischer Filmarbeit geschlagen, die mit NEUES WOHNEN. HAUS GROPIUS, DESSAU aus der Reihe WIE WOHNEN WIR GESUND UND WIRTSCHAFTLICH? (D 1926–28) wiederum ein Gegengewicht erhält. Eingebettet zwischen Moholy-Nagys BERLINER STILLEBEN und Bergmann-Jahns HAUS GROPIUS tritt das politisch-ästhetische aber auch strukturelle Spannungsfeld des Bauhaus damit deutlich zu Tage.
Denn mit Ernest Jahn als Aufnahmeleiter und Rolf von Botescu hinter der Kamera bewegt sich der Film auf solidem Wochenschau-Niveau und ist film- oder bildästhetisch kaum ausgeprägt. Der Modellcharakter des Baus – allerdings auch die Bürgerlichkeit von Gropius als Bauhausmeister – wird hierdurch betont.
In THE NEW ARCHITECTURE AND THE LONDON ZOO (1936) von Moholy-Nagy erfährt die Bild-/Filmästhetik wiederum eine Erweiterung um gebrauchsgrafische Elemente. Das Auftragswerk des Museum of Modern Art, New York rühmt die technischen Errungenschaften der neuen Gebäude.
Wo Hans Richter 1921 von den Parametern der Leinwand des gemalten Bildes ausging, setzt Larry Janiak 1960 mit DISINTEGRATION LINE #1 beim Zustand des technischen Filmbildes bzw. dessen Verschleierscheinung ein.
Ein Staubkorn kratzt, bedingt durch den Filmlauf im Projektor, eine Linie ins Filmmaterial. Durch miskroskopähnliche Annäherung transformiert sie sich zum Abbild einer optischen Tonspur um sich in abstrahiertem Sternenhimmel, Atomassoziationen oder verregneten Grostadtlichtern aufzulösen. Mit ADAMS FILM (1963 ) sind ästhetische Grundsätze und Bildinhalt nunmehr verflochten mit dem filmischen Geschehen der Avantgarde und des experimentellen Films in den USA.
Mit den dort angesiedelten Arbeiten von Stan Brakhage, Kann Jacobs, Jonas Mekas, Shirley Clarke, Hollis Frampton oder Peggy Ahwesh (um nur einige zu nennen) wird sowohl die Befreiung des Films vom narrativen Zwang als auch die gesellschaftliche Relevanz seiner Themen massiv erweitert.