Bauhausfilme 1921-63 in der Cinémathèque Leipzig

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01.07. Mittwoch

20:00Publikums-Wunschfilm: Casablanca

02.07. Donnerstag

21:30Die Gentrifizierung bin ich. Beichte eines Finsterlings

03.07. Freitag

19:45Das Salz der Erde
21:30Willkommen zu Hause – 20 Jahre Distillery

04.07. Samstag

21:30Wenn die Gondeln Trauer tragen

05.07. Sonntag

20:00Das Salz der Erde
21:30Systemsprenger

06.07. Montag

20:00Das Salz der Erde

07.07. Dienstag

20:00Das Salz der Erde
21:30Die Große Schönheit

08.07. Mittwoch

20:00Monos

09.07. Donnerstag

20:00Monos
21:30Parasite (schwarz/weiß)

10.07. Freitag

20:00Monos
21:30Für Sama

11.07. Samstag

20:00Monos
21:30Die Wütenden

12.07. Sonntag

21:30Die Gentrifizierung bin ich. Beichte eines Finsterlings

13.07. Montag

20:00Im Namen des ...

14.07. Dienstag

20:00Im Namen des ...
21:30Rafiki

15.07. Mittwoch

19:00Let's talk about *** – Kurzfilmprogramm

16.07. Donnerstag

19:00Let's talk about *** – Kurzfilmprogramm
21:30Geschichten aus Teheran

17.07. Freitag

20:00Im Namen des ...
21:30Wenn die Gondeln Trauer tragen

18.07. Samstag

20:00Funeral Parade of Roses
21:30Die Große Schönheit

19.07. Sonntag

20:00Funeral Parade of Roses

20.07. Montag

20:00Funeral Parade of Roses

21.07. Dienstag

21:30Für Sama

22.07. Mittwoch

20:00Leviathan

23.07. Donnerstag

20:00Leviathan
21:30Willkommen zu Hause – 20 Jahre Distillery

24.07. Freitag

20:00Leviathan
21:30Die Gentrifizierung bin ich. Beichte eines Finsterlings

25.07. Samstag

20:00The Fall
21:30Parasite (schwarz/weiß)

26.07. Sonntag

20:00The Fall
21:30Die Wütenden

27.07. Montag

20:00The Fall

28.07. Dienstag

21:30Systemsprenger

29.07. Mittwoch

20:00Little Joe

30.07. Donnerstag

20:00Little Joe
21:30Für Sama

31.07. Freitag

20:00Little Joe
21:30Willkommen zu Hause – 20 Jahre Distillery

 

ENDLICH KINO!

Wir sind zurück :)

Ab 1. Juli präsentieren wir euch in der naTo ein besonderes Wiedereröffnungs-Programm: Mit sechs audiovisuell besonders beeindruckenden Filmen feiern wir das Kino in seiner ganzen Wucht.

Noch bis 9. August holt unser 2cl Sommerkino auf Conne Island unter dem Motto "Summer in the Cities" die unterschiedlichsten Städte auf unsere Leipziger Leinwand – und schafft so der Corona-bedingten Reiseproblematik zumindest etwas Abhilfe. Zusätzlich sind ein paar Highlights des letzten Kinojahres (wieder-) zu sehen.

Uns ist selbstverständlich von ganzem Herzen an eurem Wohlergehen gelegen. Sowohl in der naTo als auch im Sommerkino haben wir unsere Sitzplatzkapazitäten deshalb stark reduziert. Tickets können nun online gekauft oder reserviert werden. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

Wir freuen uns tierisch auf euch und dieses besondere Kino-Gefühl, das wir sehr vermisst haben!

Eure Cinémathèque

Bitte beachten: Kartenreservierung und Onlineticketverkauf nur noch unter diesem Link.

Direkte Reservierungen über diese Website erreichen uns leider nicht mehr. Wir arbeiten aber bereits fleißig an einer neuen tollen Website für Euch!

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Bauhausfilme 1921-63
  • 5.05.2019
    Grassi

Bauhausfilme 1921-63

bauhaus

diverse 1921-63, Kunst, 90 min, Regie: Hans Richter, Moholy-Nagy, Ernest Jahn, Ella Bergmann-Michel, Larry Janiak

In seiner Züricher Zeit (1916-18) experimentiert Hans Richter gemeinsam mit Viking Eggeling an Rollbildern. Sie sind die Vorläufer der »absoluten Filme« Richters wie RHYTHMUS 21. Dieser gilt heute als ein Schlüsselfilm der Moderne. Im Verzicht auf narrative Strukturen kommt konsequent keine Musik zum Einsatz. »Die Grundform des ,Lichtspiels' ist die rechteckige Leinwand. Richter entwickelt seine Figuren systematisch aus der Gesamtfläche des Filmbildes, indem er dieses selbst als Formelement begriff und sie in rhythmische Intervalle orchestriert. (...) Da der Film anderen Gesetzen unterworfen ist, als die Malerei, ist für Richter die ,Orchestrierung der Zeit' wichtiger als die Anordnung der Form. Er setzt sich also nicht so sehr mit der Form im Raum, sondern eher mit der Form in der Zeit auseinander.« (Viola Kiefner)
Moholy-Nagy, der dies als »Ansatz zur visuellen Realisierung einer ,Licht-Raum-Zeit-Kontinuität in der Bewegungsthese« bezeichnet hat, präsentierte 1930 erstmals den seit 1922 entwickelten Licht-Raum-Modulator und den Film EIN LICHTSPIEL SCHWARZ WEISS GRAU.
Das abstrakte Lichtspiel ist Ausdruck von Moholys experimentellem Bildzugriff, der – ebenso wie der Richters – die kognitive Erfahrung verweigert und das Fotogramm um die zeitliche Ebene erweitert.
Auch im BERLINER STILLEBEN rangieren die Gestaltungsmittel Licht, Bewegung vor dem abgebildeten Sujet: der Wohnsituation in Berlins Hinterhöfen. Ausgehend von der Konzeption des Neuen Sehens und des Konstruktivismus sind sie eher Experimente als fertige Kunstwerke.
Mit Bergmann-Michels WO WOHNEN ALTE LEUTE ¸ber das (von den Architekten Stam, Moser und Kramer 1929-1930 entworfene) Henry- und Emma-Budge-Heim für alleinstehende christliche und jüdische alte Menschen im Frankfurter Westend wird eine Brücke zu politisch engagierter und gleichzeitig künstlerischer Filmarbeit geschlagen, die mit NEUES WOHNEN. HAUS GROPIUS, DESSAU aus der Reihe WIE WOHNEN WIR GESUND UND WIRTSCHAFTLICH? (D 1926–28) wiederum ein Gegengewicht erhält. Eingebettet zwischen Moholy-Nagys BERLINER STILLEBEN und Bergmann-Jahns HAUS GROPIUS tritt das politisch-ästhetische aber auch strukturelle Spannungsfeld des Bauhaus damit deutlich zu Tage.
Denn mit Ernest Jahn als Aufnahmeleiter und Rolf von Botescu hinter der Kamera bewegt sich der Film auf solidem Wochenschau-Niveau und ist film- oder bildästhetisch kaum ausgeprägt. Der Modellcharakter des Baus – allerdings auch die Bürgerlichkeit von Gropius als Bauhausmeister – wird hierdurch betont.
In THE NEW ARCHITECTURE AND THE LONDON ZOO (1936) von Moholy-Nagy erfährt die Bild-/Filmästhetik wiederum eine Erweiterung um gebrauchsgrafische Elemente. Das Auftragswerk des Museum of Modern Art, New York rühmt die technischen Errungenschaften der neuen Gebäude.
Wo Hans Richter 1921 von den Parametern der Leinwand des gemalten Bildes ausging, setzt Larry Janiak 1960 mit DISINTEGRATION LINE #1 beim Zustand des technischen Filmbildes bzw. dessen Verschleierscheinung ein.
Ein Staubkorn kratzt, bedingt durch den Filmlauf im Projektor, eine Linie ins Filmmaterial. Durch miskroskopähnliche Annäherung transformiert sie sich zum Abbild einer optischen Tonspur um sich in abstrahiertem Sternenhimmel, Atomassoziationen oder verregneten Grostadtlichtern aufzulösen. Mit ADAMS FILM (1963 ) sind ästhetische Grundsätze und Bildinhalt nunmehr verflochten mit dem filmischen Geschehen der Avantgarde und des experimentellen Films in den USA.
Mit den dort angesiedelten Arbeiten von Stan Brakhage, Kann Jacobs, Jonas Mekas, Shirley Clarke, Hollis Frampton oder Peggy Ahwesh (um nur einige zu nennen) wird sowohl die Befreiung des Films vom narrativen Zwang als auch die gesellschaftliche Relevanz seiner Themen massiv erweitert.

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