Paradies: Liebe in der Cinémathèque Leipzig

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ProgrammSeptember2019

INTERIM

Wir haben jetzt eine zweite Veranstaltungsstätte!

INTERIM der Cinémathèque Leipzig

Das aktuelle Programm findet ihr hier.

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MUSIC IN MOTION

Kurzfilm im September

Secret For The Mad
Hannah Jacobs
2018
3:49 min


vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)


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Paradies: Liebe Paradies: Liebe
  • Mi 21.10. 19:00
    die naTo

Paradies: Liebe

Die Realität ist nicht genug - Personalie: Ulrich Seidl

Österreich 2012, deutsche OF, 121 min, Regie: Ulrich Seidl
mit Margarethe Tiesel, Peter Kazungu, Inge Maux
Format:DCP

„Glaube Liebe Hoffnung“ lautet der Titel eines Stückes von Ödön von Horváth aus dem Jahr 1932 über die verzweifelten Versuche einer Frau, ihre Existenz zu retten. Ulrich Seidl greift die alten christlichen Tugenden für seine fiktionale PARADIES-Trilogie wieder auf und entwirft drei Urlaubsgeschichten der tragikomischen Art über Frauen, den Marktwert der Sexualität, die Suche nach Liebe und die Kluft zwischen den Kulturen. Der erste Teil dieses ursprünglich als nur ein Episodenfilm angelegten Triptychons führt zunächst in die Rahmenhandlung ein: Mutter und Tochter treffen Reisevorbereitungen, werden die nächsten Wochen aber nicht gemeinsam verbringen: die Jugendliche Melanie wird zunächst bei ihrer Tante, der Anti-Heldin des zweiten Teils PARADIES: GLAUBE abgeliefert, die sie später zu einem Diätcamp fährt. Die Ereignisse dort werden in PARADIES: HOFFNUNG im Mittelpunkt stehen.
Unterdessen folgt PARADIES: LIEBE der 50jährigen Mutter Teresa, die in Mombasa Entspannung sucht. Sex hat es in ihrem Leben schon lange nicht mehr gegeben, von Liebe ganz zu schweigen. In Kenia will sie sich nun in jeder Hinsicht verwöhnen lassen und genießt wie zahlreiche andere Sextouristinnen die ständigen Avancen der jungen afrikanischen Männer, denen Alter und Aussehen der "Sugarmamas" egal zu sein scheinen. Zugleich hofft sie, in einem ihrer Verehrer vielleicht doch einen Mann fürs Leben zu finden. Sie verliebt sich in den jungen Munga und will zunächst nicht wahrhaben, dass seine Zuneigung zu ihr einen rein geschäftlichen Hintergrund hat…
In kurzen, oft wortkargen, tableauhaft totalen Bildern zeigt sich die Armut der Afrikaner*innen ebenso deutlich wie das Überlegenheitsgefühl der Europäer*innen und das harte System gegenseitiger Ausbeutung. Seidl zeigt in diesem nonchalanten, komischen und zugleich tieftraurigen Film schonungslos den Prozess der Desillusionierung Teresas und malt die Komplikationen einer nur scheinbar simplen Situation in zahllosen Grautönen ohne moralische Zuweisungen.
Im Anschluss Gespräch mit Regisseur Ulrich Seidl.

Sprache: Deutsche Originalfassung
Language: German original version

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