Dragonfly Eyes I mit Einführung in der Cinémathèque Leipzig

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ProgrammNovember

INTERIM

Wir haben jetzt eine zweite Veranstaltungsstätte!

INTERIM der Cinémathèque Leipzig

Das aktuelle Programm findet ihr hier.

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MUSIC IN MOTION

Kurzfilm im November

Die Amsel
Christine Gensheimer
2015
2:45 min


vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

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Dragonfly Eyes I mit Einführung Dragonfly Eyes I mit Einführung
  • Di 29.10. 21:00
    die naTo

Dragonfly Eyes I mit EinführungQing Ting Zhi Yan

paradoks

2017, Experimentalfilm, 81 min, Regie: Bing Xu

Sprache: Chinesisch mit Englischen Untertiteln
Language: Chinese with English subtitles

Aus der Filmreihe: paradoks

Dokumentarfilme und Spielfilme teilen sich die Wirklichkeit – wenn auch eine verschiedene und von verschiedenen Standpunkten aus. Während erstere ihren Anspruch in der Regel durch sorgfältiges Vermeiden oder Kaschieren jeglicher Inszenierung zu erwerben versuchen, schafft im Spielfilm gerade die Inszenierung und mit ihr das Erzeugen eines künstlichen Raums die Voraussetzung dafür, dass das Publikum das filmische Erlebnis als ein wirkliches wahrnimmt.
Doch was geschieht, wenn die Werkzeuge und Voraussetzungen des dokumentarischen Filmens auf den Spielfilm übertragen werden? Was geschieht, wenn der Spielfilm die Kontrolle über seine Inszenierung nicht nur aus der Hand, sondern aufgibt? Und was, wenn er sich dokumentarische Bilder zugunsten einer fiktiven Narration einverleibt?

Eine Film"handlung", ausschließlich zusammengesetzt aus dem echten Material verschiedener Überwachungskameras. Dafür wertete der aus Peking stammende Konzeptkünstler Xu Bing, ein prominenter Vertreter zeitgenössischer Kunst, 11.000 Stunden Videomaterial aus. In einem rigorosen Akt der Montage stülpt er den dokumentarischen Schnipseln eine fiktive Handlung über: Eine junge Frau bricht ihre Ausbildung zur Nonne in einem buddhistischen Tempel ab, heuert in einem Milchviehbetrieb an, wo sie ein Liebesverhältnis eingeht, und erfindet sich später als Online-Celebrity neu.
Xu Bings formales Experiment zeigt uns seltsam entrückte Abbilder einer durch die Kameras fragmentierten Wirklichkeit, die dem Leben gleichsam entrissen sind. Mit seinem Film reflektiert er kunstvoll über den Terror der Überwachung im öffentlichen Raum und den Verlust der Privatsphäre und zeigt zugleich den Deutungsspielraum scheinbar eindeutiger Dokumente auf.

Mit Einführung