Punishment Park I mit Einführung in der Cinémathèque Leipzig

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Kurzfilm im Oktober

Our Fires
Mattis Dovier
2016
3:11 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

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Punishment Park I mit Einführung Punishment Park I mit Einführung

Punishment Park I mit Einführung

paradoks

USA 1970, 88 min, Regie: Peter Watkins
mit Carmen Argenziano, Patrick Boland, Kent Foreman

Sprache: Englisch
Language: English

+++English version below+++

Aus der Filmreihe: paradoks

Dokumentarfilme und Spielfilme teilen sich die Wirklichkeit – wenn auch eine verschiedene und von verschiedenen Standpunkten aus. Während erstere ihren Anspruch in der Regel durch sorgfältiges Vermeiden oder Kaschieren jeglicher Inszenierung zu erwerben versuchen, schafft im Spielfilm gerade die Inszenierung und mit ihr das Erzeugen eines künstlichen Raums die Voraussetzung dafür, dass das Publikum das filmische Erlebnis als ein wirkliches wahrnimmt.
Doch was geschieht, wenn die Werkzeuge und Voraussetzungen des dokumentarischen Filmens auf den Spielfilm übertragen werden? Was geschieht, wenn der Spielfilm die Kontrolle über seine Inszenierung nicht nur aus der Hand, sondern aufgibt? Und was, wenn er sich dokumentarische Bilder zugunsten einer fiktiven Narration einverleibt?


Der Vietnamkrieg eskaliert, weltweit wächst der Protest, in den USA brechen Unruhen aus. Um sie unter Kontrolle zu bringen wird der McCarran Act von 1950 aktiviert (der übrigens auch 2010 gegen Chelsea Manning Anwendung fand). Er erlaubt die Internierung von Kriegsgegnern, Aktivist*innen und allgemein als „subversiv“ eingestuften Menschen und ihre Verurteilung durch Tribunale. Alternativ zu langjährigen Gefängnisstrafen haben die Verurteilten die Wahl, einen potentiell tödlichen Parkour in einem Strafpark zu absolvieren. Zwei Kamerateams erhalten die Erlaubnis, die Geschehnisse in einem solchen Strafpark zu dokumentieren…

Peter Watkins arbeitete – wie üblich – mit Laien- und unbekannten Nachwuchsdarsteller*innen. Die im Film gezeigten Polizisten wurden von tatsächlichen Polizisten verkörpert, die Mitglieder des Tribunals von Menschen mit konservativen Ansichten, die Strafgefangenen von politischen Aktivist*innen. Watkins ließ den Ablauf weitgehend improvisieren und verzichtete auf Proben. So äußern die Darstellenden innerhalb des fiktiven Rahmens spontan ihre persönlichen Ansichten und auch ihr Handeln ist von ebendiesen Ansichten geprägt.

Mit Einführung und Director's Statement

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"paradoks" film series

Documentary and fiction films both draw on reality – even if their realities may differ and are approached from different angles. The former aims to carefully avoid or disguise any traces of intentional staging. In fiction films, it is precisely this mise-en-scène and the creation of an artificial space which forms a prerequisite for creating an authentic cinematic experience for the audience.
But what happens if the instruments and conditions of documentary filmmaking are transposed onto a fiction film? What happens if a fiction film not only shares but hands over control over its staging processes? And what happens if it incorporates documentary images to create a fictional narrative?


Peter Watkin's pseudo documentary is set in a fictional America of the 1970s. Convicted dissidents fight for their lives in Punishment Park, where they are chased by National Guard soldiers. Within the fictitious frame, the performers express their personal views in improvised dialogues.

With introduction and Director's Statement