Wir können auch anders... | mit Einführung in der Cinémathèque Leipzig

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Nach dem Jubel

BRD 1992/93, 87 min, Regie: Detlev Buck
mit Joachim Król, Horst Krause, Konstantin Kotljarov, Sophie Rois

+++ English version below +++

deutsche Originalfassung

Zwei Analphabeten aus dem Westen machen sich mit einem alten Lastwagen auf den Weg, um einen entlegenen Ort in Mecklenburg zu erreichen, wo sie Omas Gutshof geerbt haben. Auf ihrer schnell zur Odyssee werdenden Reise begegnen sie unterschiedlichsten Personen und hinterlassen eine Spur des Verbrechens, bis sie alsbald von einer Armee von Polizisten verfolgt werden. Mit seinem schrägen Roadmovie wirft Buck einen skurrilen Blick auf die schwierige Zeit der Annäherung zwischen Ost und West nach 1989/90.

Einführung: Andreas Kötzing



Aus der Filmreihe:
Nach dem Jubel – Eine filmische Spurensuche in den frühen 1990er Jahren

Aus Anlass des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit veranstaltet das Hannah-Arendt-Institut die Filmreihe „Nach dem Jubel". Das Programm rückt die gesellschaftlichen Umbrüche in den frühen 1990er Jahren in den Mittelpunkt. Zwischen Aufbruchstimmung, Resignation und permanenten Veränderungen erscheint diese Phase als eine Zeit voller Widersprüche. Hoffnungen und Enttäuschen gingen Hand in Hand. Die Folgen der Wiedervereinigung, die aktuell wieder verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit stehen, wurden von Regisseurinnen und Regisseuren schon damals kritisch reflektiert. Skeptische und verhaltene Blicke standen im Vordergrund. Nach dem Jubel, so scheint es, überwog vor allem im Osten die Ernüchterung. Aber auch in Komödien und Genrefilme spiegeln sich die gesellschaftlichen Veränderungen wider. Verschiedene Dokumentarfilme bieten einen ungefilterten Blick auf Probleme wie Massenarbeitslosigkeit und Rechtsradikalismus.

Die Filme der Reihe ermöglichen mit unterschiedlichen filmischen Mitteln Einblicke in die damaligen Lebenswelten. Sie werfen zugleich wichtige Fragen auf, die bis in die Gegenwart reichen: Welche Rolle spielte die filmische Inszenierung des Ostens im gesamtdeutschen Diskurs? Wurden damals bereits Stereotype geprägt, die bis heute nachwirken? Im Gespräch mit dem Publikum und den Filmemacher*innen sollen diese und andere Fragen im Anschluss an die Filme diskutiert werden.

Die Reihe entstand in Kooperation mit dem Programmkino Ost (Dresden) und der Cinémathèque Leipzig und wird gefördert durch die „Stiftung Aufarbeitung“ im Rahmen des Förderprogramms „30 Jahre Deutsche Einheit“.



+++English version +++

German original version


Two analphabets from the West set off in an old truck to reach a remote place in Mecklenburg, where they inherited grandmother's estate. On their journey, which quickly turns into an odyssey, they encounter a wide variety of people and leave a trail of crime behind until they are soon pursued by an army of policemen. With his quirky road movie, Buck takes a bizarre look at the difficult time of rapprochement between East and West after 1989/90.

With introduction

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