Das deutsche Kettensägenmassaker | mit Einführung in der Cinémathèque Leipzig

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Das deutsche Kettensägenmassaker | mit Einführung Das deutsche Kettensägenmassaker | mit Einführung

Das deutsche Kettensägenmassaker | mit Einführung

Nach dem Jubel

BRD 1990, 63 min, Regie: Christoph Schlingensief
mit Karina Fallenstein, Susanne Brehde, Artur Albrecht, Udo Kier

+++ English version below +++

deutsche Originalfassung, analoge 35mm-Projektion

Westdeutsche Metzger verfallen angesichts der Nachricht des Mauerfalls in einen regelrechten Blutrausch und schlachten ahnungslose DDR-Bürger, die ihnen vor die Kettensägen geraten. Schlingensief verbindet Horror- und Trash-Elemente und setzt damit einen ganz eigenen gesellschaftskritischen Kommentar: Mit seiner überspitzten Darstellung schildert er die Wiedervereinigung als albtraumhaften und bluttriefenden Akt, der die Euphorie der damaligen Zeit ad absurdum führt.

Einführung: Andreas Kötzing



Aus der Filmreihe:
Nach dem Jubel – Eine filmische Spurensuche in den frühen 1990er Jahren

Aus Anlass des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit veranstaltet das Hannah-Arendt-Institut die Filmreihe „Nach dem Jubel". Das Programm rückt die gesellschaftlichen Umbrüche in den frühen 1990er Jahren in den Mittelpunkt. Zwischen Aufbruchstimmung, Resignation und permanenten Veränderungen erscheint diese Phase als eine Zeit voller Widersprüche. Hoffnungen und Enttäuschen gingen Hand in Hand. Die Folgen der Wiedervereinigung, die aktuell wieder verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit stehen, wurden von Regisseurinnen und Regisseuren schon damals kritisch reflektiert. Skeptische und verhaltene Blicke standen im Vordergrund. Nach dem Jubel, so scheint es, überwog vor allem im Osten die Ernüchterung. Aber auch in Komödien und Genrefilme spiegeln sich die gesellschaftlichen Veränderungen wider. Verschiedene Dokumentarfilme bieten einen ungefilterten Blick auf Probleme wie Massenarbeitslosigkeit und Rechtsradikalismus.

Die Filme der Reihe ermöglichen mit unterschiedlichen filmischen Mitteln Einblicke in die damaligen Lebenswelten. Sie werfen zugleich wichtige Fragen auf, die bis in die Gegenwart reichen: Welche Rolle spielte die filmische Inszenierung des Ostens im gesamtdeutschen Diskurs? Wurden damals bereits Stereotype geprägt, die bis heute nachwirken? Im Gespräch mit dem Publikum und den Filmemacher*innen sollen diese und andere Fragen im Anschluss an die Filme diskutiert werden.

Die Reihe entstand in Kooperation mit dem Programmkino Ost (Dresden) und der Cinémathèque Leipzig und wird gefördert durch die „Stiftung Aufarbeitung“ im Rahmen des Förderprogramms „30 Jahre Deutsche Einheit“.



+++English version +++

German original version, 35mm


In the face of the news of the fall of the Wall, West German butchers fall into a veritable blood frenzy and randomly slaughter citizens of the GDR. Schlingensief combines elements of horror and trash and thus makes his own socially critical commentary: with his overstated depiction, he describes the German reunification as a nightmarish and blood-soaked act that takes the euphoria of the time ad absurdum.

With introduction


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