Mythos Freiheit: Gefängnis und Demokratie (Intro)

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Programm Juli

Programm August

2cl Sommerkino

 

Kurzfilme im Juli

01.07.-13.07.
ADVICE TO THE YOUNG ARTIST
Daniella Shuhman

Israel 2016
3:04 min

14.07.-21.07.
ROOF SEX
PES

USA 2011
1:09 min

22.07.-31.07.
HAPPY TO SAD
Amanda Eliasson

GB/Schweden 2016
2:50 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Die Cinémathèque Leipzig präsentiert alle Filme (soweit möglich) im Original mit Untertiteln


All films are shown in Original Version with subtitles (if possible)

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Mythos Freiheit: Gefängnis und Demokratie (Intro)

„Prison Break“, „Flucht von Alcatraz“ oder „Die Verurteilten“: Horrorknäste, spektakuläre Ausbruchsversuche und zu Unrecht inhaftierte Helden sind seit Jahrzehnten eine feste Größe des Actionkinos. Dabei spielen die realen Verhältnisse in den Haftanstalten filmisch kaum eine Rolle. In der BRD sind derzeit rund 62.600 Menschen in 186 Justizvollzuganstalten inhaftiert, der Frauenanteil liegt seit Jahren konstant bei fünf Prozent. Auf 100.000 Einwohner kommen also rund 83 Gefangene.
Das Gefängnis ist eine paradoxe Institution: Im Namen der Freiheit wird die Freiheit eingeschränkt, um zu strafen. Das Verhalten der nun nicht mehr mündigen Erwachsenen soll durch Erziehung gebessert werden, um die Re-Integration in die Gesellschaft zu befördern. Erklärtes Ziel einer Haftanstalt ist ebenso die Sicherheit und Freiheit tatsächlicher und potentieller Opfer. Gefängnisse verfehlen aber nicht selten ihre Ziele. Sie sind Parallelwelten der Unfreiheit, in der andere Regeln gelten als „draußen“. Das Überleben in einem Mikrokosmos mit seinen eigenen Werten und Normen ist zuweilen das Gegenteil von Re-Sozialisation: Gewalt, Drogenhandel, Drohungen, sexueller Missbrauch gehören in den Haftanstalten demokratischer Staaten zum Alltag. Ex-Häftlinge sind als solche stigmatisiert. Die Abschreckung durch drohende Strafe ist bis dato nicht belegt.
Welchen Zweck also erfüllt das Gefängnis? Wie sieht der Alltag der Inhaftierten aus? Inwieweit werden Haftstrafen den Bedürfnissen der Opfer gerecht?
Die Mini-Filmreihe „Mythos Freiheit – Gefängnis und Demokratie“ zeigt drei Dokumentarfilme und einen auf wahren Begebenheiten beruhenden Spielfilm, die sich der Justizvollzugsanstalt in Demokratien auf ganz unheroische Weise widmen. Die Filme werden durch Gespräche und Diskussionen mit Filmemachern und ExpertInnen begleitet. Die Reihe zeigt eindrucksvoll die Lebensläufe realer Personen, sie beleuchtet das vielschichtige Paradox von Freiheit und Sicherheit und das Verhältnis des Staates zu den Bürgerinnen und Bürgern, TäterInnen und Opfern.

Die Filmreihe ist gleichzeitig der INTRO zum Projekt MYTHOS FREIHEIT des Cinémathèque Leipzig e.V., das sich 2015 in den Teilen KÖRPER, GEIST und SEELE sozialkritisch und kontrovers mit Freiheitsfragen in den verschiedensten Bedeutungszusammenhängen auseinandersetzen wird.
Das Intro „Gefängnis und Demokratie“ wird mit Unterstützung der Bürgerstiftung Leipzig realisiert.