8. Lateinamerikanische Tage

<< November 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 heute morgen 23 24 25 26 27 28 29 30 >>

Programm November Link

Anzeige Programm Dezember

Anzeige Lateinamerikanische Tage

Kurzfilm im November

07.11.-27.11.
NIGHTLIGHTS
Katarzyna Pie
róg
Polen 2000
2:27 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Die Cinémathèque Leipzig präsentiert alle Filme (soweit möglich) im Original mit Untertiteln


All films are shown in Original Version with subtitles (if possible)

Newsletter

8. Lateinamerikanische Tage

Pelo Malo Pelo Malo

Pelo Malo

8. Lateinamerikanische Tage

Venezuela/Argentinien/Peru/Deutschland 2016, OmU, Dok, 93 min, Regie: Mariana Rondón

Sprache: Spanisch mit deutschen Untertiteln
Language: Castilian; Spanish with german subtitles

+++Versión española abajo+++

Der neunjährige Junior wohnt mit seiner arbeitslosen Mutter Marta und dem kleinen Bruder in einer Sozialwohnung in Caracas, Venezuela. Nach dem Tod des Vaters hält die Familie sich mehr schlecht als recht über Wasser. Um sich von seiner trostlosen Umgebung zu distanzieren, entwickelt der Junge einen Traum. Er tanzt und singt für sein Leben gerne und möchte ein berühmter Popstar werden. Um wenigstens auf dem kommenden Schulfoto wie seine großen Vorbilder auszusehen, will er seine krausen Haare glätten lassen. Seine Mutter ist schockiert und lehnt den Wunsch ihres Sohnes entschieden ab.
Die einzige, die Junior versteht, ist seine Großmutter Carmen. Sie teilt Juniors Leidenschaft fürs Tanzen und Singen und bestärkt ihn darin, seinem Traum zu folgen. Junior gerät daraufhin in eine schmerzvolle Zwickmühle: Er ist zwischen den strengen Erwartungen seiner Mutter und seinen eigenen Wünschen hin- und hergerissen.

'Pelo Malo' bedeutet im Spanischen so viel wie 'Schlechtes Haar'. In vielen Kulturen werden glatte Haare als das Schönheitsideal angesehen, wobei das obsessive Glätten von Locken oft Frauensache ist.
In ihrem Soziodrama thematisiert die Regisseurin Mariana Rondón ('El chico que miente') das komplexe Problemfeld zwischen Geschlecht, Klasse und ethnischer Zugehörigkeit. 'Pela Malo' zeigt, wie eine Gesellschaft von der Angst vor dem Anderssein bestimmt werden kann.

Mit einer Einführung von Daniel S. León, Politikwissenschaftler und seit 2013 Doktorand am Institut für Politikwissenschaft der Universität Leipzig / Graduate School of Global and Area Studies mit Forschungsschwerpunkt Politische Ökonomie der Gewalt in Venezuela.

Junior tiene nueve años y el 'Pelo Malo'. Se lo quiere alisar para la foto de la escuela y así verse como un cantante de moda. Esta situación generará un enfrentamiento con su madre Marta. Mientras Junior busca verse bello para que su mamá lo quiera, ella lo rechaza cada vez más. Finalmente Junior se verá obligado a tomar una dolorosa decisión.

Es una película que nos adentra en la complejidad política y social mientras descubrimos la identidad emergente de un niño. Nos muestra la carga que ese singular desafío deposita sobre su joven madre soltera. Una película que observa la vida con transparencia, sin miedo, desafiando las convenciones y que va moldeándose a través de una necesidad imperiosa.

El Mar la Mar El Mar la Mar

El Mar la Mar

8. Lateinamerikanische Tage

USA 2017, OmeU, Dok, 94 min, Regie: Joshua Bonnetta, J.P. Sniadecki

Format:DCP

Sprache: Englisch,Spanisch
Language: Castilian; Spanish,English

+++English version below+++
+++Versión española abajo+++

Gnadenlos brennt die Sonne auf alle nieder, die die Sonora-Wüste zwischen Mexiko und den USA durchqueren. Neben den wenigen Menschen, die hier leben, sind es offizielle und selbsternannte Grenzschützer*innen und die ärmsten der undokumentierten Einwanderinnen und Einwanderer, denen kein anderer als dieser lebensgefährliche Weg bleibt. Der Horizont scheint in unendlicher Weite, tödliche Gefahren lauern überall. Am besten bewegt es sich im Dunkel der Nacht; tagsüber lassen Hitze und Sonneneinstrahlung Tiere und Menschen verenden. Ihre Spuren und Hinterlassenschaften lagern sich ab, verblassen, verwittern und schreiben sich in die Topografie der Landschaft ein; so ist das Abwesende anwesend in ständiger Gleichzeitigkeit von Leben und Tod, Schönheit und Grauen, feindlichem Licht und sternfunkelnder, verheißungsvoller Nacht.
"El mar la mar" verwebt 16-mm-Aufnahmen von Natur- und Wetterphänomenen, Tieren, Menschen und ihren Fährten mit einer vielstimmigen Tonspur zu einer kinematografischen Erkundung des Lebensraums Wüste, zum vielschichtigen Panorama eines hochgradig politisierten Landstrichs.

Im Anschluss Diskussion mit Hauke Lorenz, Ethnologe, Videojournalist und Regisseur. Er beschäftigt sich u.a. mit den Themen Flucht und Migration, Entwicklung und Lateinamerika und engagiert sich in der Mexiko- und Zentralamerika Koordinationsgruppe von Amnesty International.

The sun beats down mercilessly on all those who cross the Sonoran Desert between Mexico and the United States. Aside from the few people who live here, it’s the poorest of undocumented immigrants that make the crossing, who have no choice but to take this extremely dangerous route, followed by border guards both official and self-appointed. The horizon seems endlessly far away and deadly dangers lurk everywhere. It’s best to move under the cover of darkness; during the day, being exposed to the heat and sun is enough to make animals and humans perish. Their traces and remains accumulate, fade, decompose and become inscribed into the topography of the landscape, making the absent ever-present as life and death, beauty and dread, hostile light and nights aglitter with stars and promise all continue to exist alongside one another.

El sol golpea sin piedad a todos aquellos que cruzan el Desierto de Sonora entre México y Estados Unidos. Además de los pocos habitantes de la zona, los únicos que hacen la travesía son los inmigrantes indocumentados más pobres, que no tienen más remedio que tomar esta ruta extremadamente peligrosa, perseguidos tanto por la patrulla fronteriza oficial como por la autoproclamada como tal. El horizonte parece interminablemente lejos y por todos lados acechan peligros mortales.