Oro blanco + Was kostet die Welt in der Cinémathèque Leipzig

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Monatsprogramm Dezember

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Kurzfilm im Dezember

The Last Coin
Daniel Britt
2009
3:49 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

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Oro blanco + Was kostet die Welt Oro blanco + Was kostet die Welt
  • 1.11.2018
    die naTo

Oro blanco + Was kostet die Welt

DOK Leipzig 2018

2018, 114 min

Oro blanco
Dir: Gisela Carbajal Rodríguez, Germany, Argentina 2018, Documentary Film, 23 min, Spanish with German subtitles

The vast expanses of the salt deserts in north-western Argentina hold one of the largest lithium deposits in the world. International corporations are mining the “white gold”, depriving the indigenous people, who breed llamas and do traditional salt-mining for a living, of the precious ground water. In magnificent images and with a narrative stance that combines poetry and agitprop, “Oro Blanco” shows that the indigenous population has long ago started to take action against the destruction of “pacha mama”.

Die Weiten der Salzwüsten im Nordwesten Argentiniens bergen eines der größten Lithiumvorkommen der Welt. Internationale Konzerne fördern das „weiße Gold“ und rauben dabei den Einheimischen, die sich mit Lama-Zucht und traditionellem Salzabbau ernähren, das kostbare Grundwasser. „Oro Blanco“ zeigt mit großartigen Bildern und einer Erzählhaltung, die Poesie und Agitprop vereint, dass die indigene Bevölkerung längst dabei ist, gegen die Zerstörung der „pacha mama“ aktiv zu werden.
---Luc-Carolin Ziemann


Was kostet die Welt
Dir: Bettina Borgfeld, Germany 2018, Documentary Film, 91 min, English and German with English and German subtitles

Until 2008, the Channel Island of Sark, located to the west of Normandy, was the last feudalistic spot in Europe. A royal fief, it sometimes looks exactly like people imagine a cosy English idyll: steep cliffs, green meadows, woolly sheep, low little houses and breast-high overgrown stone walls. The around 600 island dwellers who elect their own parliament and have their own laws have lived according to autonomous rules and ideas of community, property and right for centuries. But this tradition was smashed abruptly when two billionaire brothers began to buy the island piece by piece and to take legal action against the laws and Acts of the Sark Parliament to protect their investments. What started with legal disputes soon continued with slander campaigns, blackmail and threats by the hotel tycoons. Sark became the scene of a positively absurd media and financial war, and a war of conquest. Her offscreen voice sometimes questioning, partly sober and partly emotional, Bettina Borgfeld recapitulates the development and course of an incredible dispute in the age of global financial capitalism – a dispute that occasionally sounds like the plot of a Netflix series.

Bis 2008 war die Kanalinsel Sark, westlich der Normandie gelegen, Europas letzter feudalistisch organisierter Fleck. Direkt der britischen Krone unterstellt, sieht es hier zuweilen aus, wie man sich ein englisches Gemütlichkeitsidyll in aller Regel vorstellt: steile Klippen, grüne Auen, wollige Schafe, niedrige Häuschen und brusthohe, pflanzenumrankte Steinmäuerchen. Die etwa 600 Insulaner, die ihr eigenes Parlament wählen und ihre eigenen Gesetze haben, lebten über Jahrhunderte nach autonomen Regeln und autonomen Vorstellungen von Gemeinschaft, Besitz und Recht. Diese Tradition aber wurde jäh zertrümmert, als zwei milliardenschwere Brüder damit anfingen, die Insel Stück für Stück aufzukaufen und um ihrer Investitionen willen juristisch gegen die Gesetze und Parlamentsbeschlüsse von Sark vorzugehen. Was mit Rechtsstreitigkeiten begann, setzte sich bald in Verleumdungskampagnen, Erpressungen und Drohungen seitens der Hotel-Tycoons fort. Sark wurde zum Schauplatz eines geradezu abstrusen modernen Medien-, Finanz- und Eroberungskrieges. Aus dem Off rekapituliert Bettina Borgfeld mit zuweilen fragender, teils nüchterner, teils emotionaler Stimme die Entwicklung und den Hergang einer unglaublichen Auseinandersetzung in Zeiten des globalen Finanzkapitalismus – einer Auseinandersetzung, die sich stellenweise anhört wie der Plot einer Netflix-Serie.
---Lukas Stern


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