Der zweite Anschlag in der Cinémathèque Leipzig

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Juni

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Kurzfilm im Juni

Scribbledub
Ross Hogg
2014
3:00 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

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Der zweite Anschlag Der zweite Anschlag
  • 19.06.2019
    die naTo

Der zweite Anschlag

BRD 2018, Dok, 62 min, Regie: Mala Reinhardt

Sprache: Deutsch,Türkisch mit englischen Untertiteln
Language: German,Turkish with english subtitles

+++English version below+++

Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen lädt zur Filmvorführung und einem anschließenden Publikumsgespräch und einer Diskussion mit der Filmemacherin Mala Reinhardt ein. Dabei wird es insbesondere um die Perspektive der Betroffenen von rassistischer Gewalt und die gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus gehen.

„Das Boot ist voll!“, „Ausländer raus!“, „Deutschland den Deutschen“. Die Parolen der Rechten sind mittlerweile unüberhörbar geworden. Genauso die Gewalt, die sich gegen jene Menschen richtet, die als „fremd“ wahrgenommen werden. Mit erschreckender Kontinuität wiederholen sich seit Jahrzehnten rassistisch motivierte Ausschreitungen, Angriffe und Morde in der Bundesrepublik Deutschland. DER ZWEITE ANSCHLAG dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenen dieser Gewalt und stellt sie in den Mittelpunkt. In tiefgehenden Interviews entwickelt der Film ein präzises Bild der teils traumatischen Erlebnisse, welche die Protagonist*innen des Films durchlebt haben. Osman Taköprü erzählt von dem Mord an seinem Bruder Süleyman, den der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) 2001 in Hamburg beging. Ibrahim Arslan schildert seine Erinnerungen an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992, den er selbst nur knapp überlebte und Mai Phương Kollath wohnte selbst in Rostock-Lichtenhagen, als dort unter dem Beifall hunderter Schaulustiger das Sonnenblumenhaus von Neonazis in Brand gesteckt wurde. Doch es bleibt nicht dabei. Angesichts von anhaltenden rassistischen Ausschreitungen, der unzureichenden Aufklärung des NSU-Komplexes und dem Einzug der AfD in die politische Landschaft der BRD haben Mai Phương, Ibrahim und Osman eine Entscheidung getroffen: Sie werden nicht länger schweigen. Dabei verweben sich ihre Geschichten. Und während sie für eine lückenlose Aufklärung und ein Ende der Gewalt eintreten, entsteht ein Netzwerk aus Menschen, die ähnliches erlebt haben.

As a child Ibrahim Arslan survived the arson attack on his parents’ home in Mölln in which three members of his family were killed. Today he says that his family suffered not just one, but two attacks. After the Molotov cocktails had burnt out, the Arslan family became a target of attacks again, this time coming from the media, politics and society. These attacks were worse than the incendiary devices because they could have been avoided, Arslan says.
In her film, Mala Reinhardt asks why even today many victims of radical right-wing violence are forced to live through the same experience of being treated with hostility and criminalised. The victims, who have formed a network, analyse with impressive clarity which conditions make racism still socially acceptable in our country. The essential thing now is to listen to them. (Luc-Carolin Ziemann)

special screening followed by a Q&A with director Maja Reinhardt.


Eine Veranstaltung des Antidiskriminierungsbüro Sachsen mit Mala Reinhardt.

Weitere Informationen zu Der zweite Anschlag