Female Focus

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ProgrammNovember

INTERIM

Wir haben jetzt eine zweite Veranstaltungsstätte!

INTERIM der Cinémathèque Leipzig

Das aktuelle Programm findet ihr hier.

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MUSIC IN MOTION

Kurzfilm im November

Die Amsel
Christine Gensheimer
2015
2:45 min


vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya Gott existiert, ihr Name ist Petrunya

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya

Female Focus

Mazedonien/Frankreich/Belgien/Slowenien/Kroatien 2019, 100 min, Regie: Teona Strugar Mitevska
mit Zorica Nusheva, Labina Mitevska, Simeon Moni Damevski, Suad Begovski, Violeta Shapkovska, Stefan Vujisic, Xhevdet Jashari

Sprache: Makedonisch mit deutschen Untertiteln
Language: Macedonian with german subtitles

"Sag ihnen, du bist 24!", rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 31 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie zu dick und zu alt findet. Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunya ins kalte Wasser. Es ist Dreikönigstag und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunya die Schnellste. Als sie die Trophäe in die TV-Kameras hält, bricht die Hölle los. Ihre vermeintliche Heldentat ist ein waschechter Skandal. Aber Petrunya hält das Kreuz fest. Sie hat es gewonnen und wird es nicht aufgeben.

Regisseurin Teona Strugar Mitevska erschafft mit Petrunya eine grandiose Frauenfigur, die sich mit einer einzigen Tat lässig und entschieden überholten gesellschaftlichen Ansichten und Strukturen in den Weg stellt und die etablierte Ordnung damit ins Chaos stürzt. Voll absurder Komik und mitreißend gespielt, stellt der Film Misogynie, patriarchale Allianzen und die Problematik kirchlich-religiöser Einflussnahme nicht nur in der mazedonischen Gesellschaft bloß – und sorgte auf der diesjährigen Berlinale für ein durch und durch begeistertes Publikum.


‘Tell them you’re 24’, advises Petrunya’s mother as her daughter heads off to another interview. But Petrunya is 31; moreover, she has studied history, a subject that no one in Macedonia seems to need. So there she sits in front of her potential employer, a factory owner, who looks down on her floral dress and refuses to take her seriously. On her way home – naturally, she did not get the job – Petrunya decides to take the plunge. It is Epiphany and, like every year, the young men of the city are diving for the holy cross that the priest has thrown into the icy river. This time, Petrunya is quicker than everyone else and ends up holding the trophy aloft for the TV cameras. For one whole day and one night, she will defend the cross, accompanied by much public commotion and against the closed ranks of the male world. (Berlinale)

Weitere Informationen zu Gott existiert, ihr Name ist Petrunya

Systemsprenger Systemsprenger

Systemsprenger

Female Focus

BRD 2019, 119 min, Regie: Nora Fingerscheidt
mit Helena Zengel, Michael Heller, Gabriela Maria Schmeide, Lisa Hagmeister, Tedros Teclebrhan, Melanie Straub, Victoria Trauttmansdorff, Elli Heller, Roland Bonjour, Barbara Philipp

Sprache: Deutsch mit englischen Untertiteln
Language: German with english subtitles

zu Gast am 19.11.: Thore Volquardsen, Sozial- und Milieutherapeut, mit Arbeitsschwerpunkt Systemsprenger und sozialraumorientiertes Arbeiten und
Entwickler des “Trauma-Sozialraum-Modells” (TSM), das eine Verbindung ausTraumaarbeit, Sozialraumarbeit, Teilhabe und Inklusion schafft.


Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei ihrer Mutter wohnen. Doch diese Möglichkeit wird ihr verwehrt. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint, ist der Anti-Gewalttrainer Micha die letzte Hoffnung, um sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.

Nora Fingerscheidts Spielfilmdebüt schlägt hohe Wellen seit seiner Premiere auf der Berlinale, wo der Film den Silbernen Bären und den Publikumspreis gewann. Die Machtlosigkeit und Überforderung aller gesellschaftlichen Bereiche und Institutionen gegenüber Menschen, die sich darin nicht eingliedern wollen oder können, verpackt der Film, der nun als deutscher Beitrag für die Oscars eingereicht wurde, in energiegeladene Bilder von beeindruckender Durchschlagkraft. Die Tour de Force der jungen Hauptdarstellerin Helena Zengel lässt niemanden kalt. Gleichzeitig zeugt SYSTEMSPRENGER davon, wie wichtig die Arbeit der Menschen ist, die sich in unserer Gesellschaft für diejenigen einsetzen, die in Gefahr sind, von den Ketten des Systems erdrückt zu werden.

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Bernadette, or Benni as she prefers to be known, is a delicate-looking girl with unbridled energy. She is a ‘system crasher’. This term is used to describe children who break every single rule; children who refuse to accept any kind of structure and who gradually fall through the cracks in Germany’s child and welfare services. No matter where this nine-year-old is taken in, she is booted out again after a short time. And that is exactly what she is after, because all she wants is to be able to live with her mother again: a woman who is totally unable to cope with her daughter’s incalculable behaviour.
Made from her own multi-award-winning script, Nora Fingscheidt has created an intense drama about one child’s overwhelming need for love and security and the potential for violence that this engenders. At the same time, the film depicts the tireless attempts of educators and psychologists who use respect, trust and confidence to create a way forward for children who threaten to destroy others and themselves as a result of their unpredictable outbursts. (Berlinale)

Searching Eva Searching Eva

Searching Eva

Female Focus

BRD 2019, Dok, 85 min, Regie: Pia Hellenthal

Sprache: Englisch,Italienisch mit deutschen Untertiteln
Language: English,Italian with german subtitles

Eva gab sich mit 14 Jahren selbst diesen Namen, erklärte Privatsphäre zu einem überholten Konzept und veröffentlichte ihren ersten Tagebucheintrag online. Mit Mitte 20 lebt sie ihre vielfältige Identitäten öffentlich: Katzenbesitzerin, Dichterin, Sexarbeiterin, Bisexuelle, Ex-Junkie, Feministin, Anarchistin, Model…. Wir springen von Berlin in ihre alte Heimat Italien, von Mexiko nach Athen, so als klickten wir uns durch ihr Instagram-Profil. Eva läuft bei Fashion Shows in Paris, geht ihrer Arbeit als Sexarbeiterin in gutbürgerlichen Hotels nach, nimmt Drogen, föhnt die Haare ihrer Freundin, spielt mit ihrer Katze. Anstatt einem narrativen Faden zu folgen, kreist der Dokumentarfilm um Themen, die Evas Leben von sich aus aufwerfen und die mit Kategorisierungen brechen: Fragen nach Sexualität, Gender, dem Konzept von Arbeit und dem einer fixen Identität.

Eva, 25, has always thought of privacy as old-fashioned. She lives her entire life online and in public with incredible consistency, constantly commented on by her fans. At 14 she chose "Eva" as her name, with 17 she left her conservative home in a small Italian town and set off in search of freedom. For Eva, identity is like fashion; she can change it as she pleases and a camera is always welcome – even during sex.
To her online followers, her unconventional life and the frank pictures and texts are like an inspiring film – one that has more plot strands and climaxes than any daily soap. Eva is never the finished article and her life never stands still because she is always reinventing herself – as a model, a feminist, a queer writer or a self-determined sex worker.


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Portrait einer jungen Frau in Flammen Portrait einer jungen Frau in Flammen

Portrait einer jungen Frau in Flammen

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F 2019, Liebesfilm, 119 min, Regie: Celine Sciamma
mit Noémie Merlant, Adèle Haenel, Luana Barjami, Valeria Golino

Sprache: Französisch mit deutschen Untertiteln
Language: French with german subtitles

Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Pariser Malerin Marianne im Jahr 1770 auf eine einsame Insel an der Küste der Bretagne: Sie soll heimlich ein Gemälde von Héloïse anfertigen, die verheiratet werden soll. Denn Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, um gegen die von ihrer Mutter arrangierte Ehe zu protestieren. So beobachtet Marianne Héloïse während ihrer Spaziergänge an der Küste und malt abends aus dem Gedächtnis heraus ihr Porträt. Langsam wächst zwischen den eindringlichen Blicken eine starke Anziehungskraft.

In Bildern, die selbst Gemälde sein könnten, erzählt Regisseurin Céline Sciamma (WATER LILIES, TOMBOY) eine feine Liebesgeschichte und gibt zugleich ein kraftvolles Statement ab zur Situation der Frauen über die Jahrhunderte hinweg. Mit Adèle Haenel und Noémie Merlant verkörpern zwei der aktuell aufregendsten französischen Schauspielerinnen die sinnlichen und rebellischen jungen Frauen, die sich nach freiem Leben und Lieben sehnen. Unangestaubter kann ein Kostümfilm kaum sein – einer unserer absoluten Lieblingsfilme dieses Kinojahres (oder vielleicht aller Jahre)!

Brittany, France, 1760. Marianne, a painter, is commissioned to do the wedding portrait of Héloïse, a young lady who has just left the convent. Héloïse is a reluctant bride to be and Marianne must paint her without her knowing. She observes her by day and secretly paints her at night. Intimacy and attraction grow between the two women as they share Héloïse’s first and last moments of freedom, all whilst Marianne paints the portrait that will end it all.

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