Folly+Baek-gu in der Cinémathèque Leipzig

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Programm Oktober

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Kurzfilme im Oktober

01.10.-13.10.
ANGRY KID - HORROR
Darren Walsh

GB 2000
1:32 min

14.10.-29.10.
GRAVEYARD SHIFT
Carlos Schvepper

CAN 2016
2:36 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Die Cinémathèque Leipzig präsentiert alle Filme (soweit möglich) im Original mit Untertiteln


All films are shown in Original Version with subtitles (if possible)

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Folly+Baek-gu Folly+Baek-gu

Folly+Baek-gu

DOK Leipzig 2017

91 min

Folly
R: Thomas Corriveau, Canada 2016, Animated Film, 8 min, OV with English subtitles

Two men meet. One of them beats, the other is beaten. In memories the inevitability is set against the original reasons. Thomas Corriveau delivers a brilliantly artistic serial adaptation of “Pour un oui ou pour un non” by Nathalie Sarraute. The drawn traces of the main characters and the musical melodies diverge, are superimposed and press against each other. Repetitions and multi-perspectives to the point of exhaustion. To the blow.

Zwei Männer treffen aufeinander. Der eine schlägt, der andere wird geschlagen. In der Erinnerung steht die Unausweichlichkeit den ursprünglichen Gründen gegenüber. Thomas Corriveau adaptiert „Pour un oui ou pour un non“ von Nathalie Sarraute seriell, und das in großartiger künstlerischer Manier. Die zeichnerischen Spuren der Hauptfiguren und die musikalischen Melodien laufen auseinander, überlagern und bedrängen sich. Wiederholungen und Multiperspektive bis zur Erschöpfung. Bis zum Schlag.

---André Eckardt


Baek-gu
R: Boram Kim, South Korea 2017, Doc, 83 min, OV with English subtitles

A limping old dog lives in a shed in a quiet district of Seoul. If it was human it would be called a hermit. One day the director notices the dog and becomes curious. She talks to neighbours, passers-by, playing children, who all crossed paths with this dog but never noticed it, or came to some banal conclusion and then forgot it again. Their statements are as diverse as witness statements after an accident: if an identikit picture or psychological profile were assembled from them it would be a magnificently grotesque creature – perhaps a hybrid of Quasimodo and the donkey from Bresson’s “Balthazar”. In the course of the film, though, the statements respectively narratives respectively narrators themselves become more and more interesting. It seems as if every person there (only there?) lives in their own, separate world, rarely intersecting with the worlds of the others. A universe of melancholy. Who can tell what the director’s intention may have been at the start? She may simply, and rightly, have trusted that detours increase your local knowledge. Or followed the aphorism of the great Berlin pub-poet Jürgen K. Hultenreich: “Goals are in the way.”

Ein alter, hinkender Hund lebt in einem Verschlag in einem ruhigen Stadtteil von Seoul. Wäre er ein Mensch, würde man ihn einen Eremiten heißen. Irgendwanngeriet dieser Hund ins Blickfeld der Regisseurin und weckte ihre Neugier. Sie wendet sich an Nachbarn, Passanten, spielende Kinder, die alle den Weg dieses Hundes schon gekreuzt, aber nie besondere Notiz von ihm genommen oder sich irgendeinen banalen Reim darauf gemacht und ihn dann wieder vergessen haben. Die Auskünfte sind so disparat wie Zeugenaussagen nach einem Unfall: Würde man aus der Summe ein Phantombild oder ein psychologisches Profil erstellen, käme eine herrlich groteske Kreatur dabei heraus – vielleicht ein Mischwesen aus Quasimodo und dem titelgebenden Esel aus Bressons „Au hasard Balthazar“. Zunehmend interessant werden im Verlauf des Films indes die Zeugenaussagen beziehungsweise die Geschichten beziehungsweise die Geschichtenerzähler selbst. Offenbar lebt jeder Mensch dort (nur dort?) in seiner eigenen, separaten Welt. Kaum Überschneidungen mit den Welten anderer. Ein Universum der Melancholie. Wer vermag schon zu sagen, was die Absicht der Regisseurin am Anfang gewesen sein könnte? Möglicherweise hat sie einfach nur, und völlig zu Recht, darauf vertraut, dass Umwege die Ortskenntnis erhöhen. Oder sie verfuhr nach einem Aphorismus des großen Berliner Tresen-Dichters Jürgen K. Hultenreich: „Ziele stehen im Weg.“

---Ralph Eue


Kartenreservierung können ausschließlich über die Ticketkassen in allen DOK-Kinos und im Museum der bildenden Künste vorgenommen werden. Telefonische Reservierungen oder Reservierungen über unsere Homepage sind nicht möglich. Reservierte Tickets verfallen 1,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn automatisch.

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