Killer of Sheep I mit Einführung in der Cinémathèque Leipzig

<< Februar 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 heute morgen 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 >>

07.02. Freitag

20:00A Tale of Two Islands & Die Haut und die Knochen

09.02. Sonntag

19:00Es geschah am hellichten Tag
21:30Die Wache

10.02. Montag

19:00The Pledge
21:30Die Wache

11.02. Dienstag

19:00Welcome to Sodom I mit Diskussion
22:00Die Wache

12.02. Mittwoch

19:00Confucian Dream mit Filmgespräch

13.02. Donnerstag

18:00Up the Mountain
20:30Our Time Machine mit Filmgespräch

14.02. Freitag

17:00A First Farewell
19:00A Woman is a Woman
20:00Above Them the World Beyond & Nightfall
21:0024th Street

15.02. Samstag

16:30Present.Perfect.
19:00Buddha in Africa
21:00Wild Goose Lake

18.02. Dienstag

19:00Die Wache
21:00Es geschah am hellichten Tag

19.02. Mittwoch

19:00Die Wache
21:00The Pledge

20.02. Donnerstag

19:00Die Wütenden
21:00Varda par Agnès

23.02. Sonntag

19:00Die Wütenden
21:00Varda par Agnès

24.02. Montag

19:00Die Wütenden
21:00Varda par Agnès

25.02. Dienstag

19:00Varda par Agnès
21:30Die Wütenden

26.02. Mittwoch

19:00Varda par Agnès
21:30Die Wütenden

27.02. Donnerstag

19:00Little Women
20:00The Story of Milk and Honey & Conference of the Birds
21:45Die Wütenden

ProgrammFeb

INTERIM

Wir haben jetzt eine zweite Veranstaltungsstätte!

INTERIM der Cinémathèque Leipzig

Das aktuelle Programm findet ihr hier.

Newsletter

Killer of Sheep I mit Einführung Killer of Sheep I mit Einführung
  • Di 29.10. 19:00
    die naTo

Killer of Sheep I mit Einführung

paradoks

USA 1977, 81 min, Regie: Charles Burnett
mit Henry Gayle Sanders, Kaycee Moore, Charles Bracy, Angela Burnett, Eugene Cherry, Jack Drummond
Format:DCP

Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln
Language: English with German subtitles

+++English version below+++

Aus der Filmreihe: paradoks

Dokumentarfilme und Spielfilme teilen sich die Wirklichkeit – wenn auch eine verschiedene und von verschiedenen Standpunkten aus. Während erstere ihren Anspruch in der Regel durch sorgfältiges Vermeiden oder Kaschieren jeglicher Inszenierung zu erwerben versuchen, schafft im Spielfilm gerade die Inszenierung und mit ihr das Erzeugen eines künstlichen Raums die Voraussetzung dafür, dass das Publikum das filmische Erlebnis als ein wirkliches wahrnimmt.
Doch was geschieht, wenn die Werkzeuge und Voraussetzungen des dokumentarischen Filmens auf den Spielfilm übertragen werden? Was geschieht, wenn der Spielfilm die Kontrolle über seine Inszenierung nicht nur aus der Hand, sondern aufgibt? Und was, wenn er sich dokumentarische Bilder zugunsten einer fiktiven Narration einverleibt?


KILLER OF SHEEP beschreibt das Leben im afroamerikanisch geprägten Watts, Los Angeles, Mitte der 1970er Jahre. Der demographische Umbruch im Viertel und die Riots von 1992 sind in weiter Ferne. Die Kamera folgt Stan – erschöpft und abgestumpft durch die Arbeit auf dem Schlachthof, ist dieser dennoch ein sensibler Träumer – durch einen einfachen Alltag. Eine wärmende Kaffeetasse in müden Händen, Ehestreit, die Tochter im Arm, das Leben am Laufen halten. Burnetts eindringliche Bilder dramatisieren weder, noch romantisieren sie. Sie erzeugen eine melancholische Spannung und erliegen nicht der Versuchung diese aufzulösen. Dafür aber entwickeln sie eine Selbstbewusstsein ausdrückende Kraft.

Der Film wurde an den Originalschauplätzen überwiegend mit Amateurdarsteller*innen und mit der Handkamera gedreht. Ungeschliffen und einfühlsam lässt er an den italienischen Neorealismus denken, auch Cassavetes kommt in den Sinn; Burnett selbst nennt Jean Renoir als Vorbild. In jedem Fall: Thematik und Ästhetik von KILLER OF SHEEP, Burnetts Abschlussarbeit an der UCLA, waren revolutionär.
1990 wurde er von der Library of Congress der USA zum nationalen Kulturgut erklärt und die National Society of Film Critics zählt ihn zu den 100 wichtigsten Filmen aller Zeiten.

„Burnett— a one-man African-American New Wave“ (Nelson Kim, Senses of Cinema)

Mit Einführung

--------------------------------------------------------------------------------------

"paradoks" film series

Documentary and fiction films both draw on reality – even if their realities may differ and are approached from different angles. The former aims to carefully avoid or disguise any traces of intentional staging. In fiction films, it is precisely this mise-en-scène and the creation of an artificial space which forms a prerequisite for creating an authentic cinematic experience for the audience.
But what happens if the instruments and conditions of documentary filmmaking are transposed onto a fiction film? What happens if a fiction film not only shares but hands over control over its staging processes? And what happens if it incorporates documentary images to create a fictional narrative?


In a melancholic version of neorealistic aesthetic, KILLER OF SHEEP depicts life of urban African-Americans in Los Angeles' Watts district, in the mid-1970s. The camera follows Stan – exhausted and blunted by his work at the slaughterhouse, he is nevertheless a sensitive dreamer – through a simple everyday life.

With introduction